01 · Beruflich
Journalistische Ausbildung, kein Fachstudium
Ich bin seit 2014 ausgebildeter Journalist und habe mehrere Jahre für große deutsche Digitalmedien geschrieben und redigiert; heute liegt mein beruflicher Schwerpunkt im Marketing. Alpaka-Kompass entsteht in meiner Freizeit und hat nichts mit meinem Arbeitgeber zu tun.
Diese Herkunft erklärt, warum die Seite so aufgebaut ist, wie sie aufgebaut ist: Quellen an jedem Artikel, eine offengelegte Quellenhierarchie, eine sichtbare Trennung zwischen gesicherter Fachaussage und eigener Praxiserfahrung und eine Aktualitätsseite, die auch die Artikel zeigt, die länger nicht angefasst wurden. Handwerk im Umgang mit Quellen ist das, was ich mitbringe.
Was das ausdrücklich nicht ist
Eine journalistische Ausbildung ersetzt keine veterinärmedizinische. Sie hilft beim Recherchieren, Einordnen und Belegen – nicht beim Diagnostizieren.
02 · Eigene Haltung
Seit 2024 eine eigene kleine Herde
Ich halte seit 2024 Alpakas im Rheinland – aktuell die drei Hengste Steve, Stupsi und Coco. Daneben leben bei uns ein Walliser Schwarznasenschaf, ein Ouessantschaf, zwei Göttinger Minischweine, ein Shetty, ein Pony, vier Hühner und fünf Laufenten. Es ist ein gemischter Kleinbestand, keine Zucht und kein Betrieb mit Publikumsverkehr.

In diesen zwei Jahren sind ein Blutwurmbefall mit tödlichem Ausgang, ein zweiter rechtzeitig erkannter Befall, ein Milbenbefall und die üblichen Themen von Schur bis Fußpflege dazugekommen. Diese Erfahrung macht mich nicht zum Fachmann, aber sie zeigt ziemlich genau, an welchen Stellen Halter:innen konkrete Antworten brauchen und wo die üblichen Ratgeber aufhören. Die ganze Geschichte steht auf Warum es diese Seite gibt, die Tiere selbst auf Unsere Tiere.
03 · Erfahrung
Woher die Praxis kommt – und wo sie aufhört
„Eigene Erfahrung“ ist ein dehnbarer Begriff, deshalb hier konkret, was dahintersteckt. Aus eigener Anschauung kenne ich:
- Die tägliche Sichtkontrolle über zwei Jahre an denselben Tieren – der Punkt, an dem man merkt, wie lange ein Alpaka eine Verschlechterung verbergen kann
- Einen Blutwurmbefall mit tödlichem Ausgang, einen zweiten rechtzeitig erkannten drei Monate später, dazu Milbenbefall und Kotprobenroutine – von der Probenahme bis zur Frage, was ein Ergebnis eigentlich aussagt
- Gewichtskontrolle mit der Waage und den BCS-Griff über der Wirbelsäule – und die Erfahrung, dass das Vlies den Blick zuverlässig täuscht
- Schertag, Fußpflege, Zaunbau, Winterhaltung und die Alltagsreibung eines gemischten Kleinbestands mit Schafen, Ponys, Schweinen und Geflügel auf derselben Fläche
- Die banalen Dinge, die in keinem Ratgeber stehen: dass der Zaun teurer wird als die Tiere, und dass der häufigste Giftpflanzenalarm vom gut gemeinten Heckenschnitt über dem Zaun kommt
Nicht aus eigener Anschauung kenne ich Zucht, Geburt und Cria-Aufzucht, Bestände jenseits einer Handvoll Tiere, Zuchtschauen, gewerbliche Faserverarbeitung und den Betrieb kommerzieller Alpakawanderungen. Zu diesen Themen gibt es hier Leitfäden – aber sie stehen vollständig auf Fachliteratur, und das steht dann auch dort.
Warum nicht überall eine Praxisanmerkung steht
Von den 142 Leitfäden tragen 25 eine eigene Praxisanmerkung. In den übrigen steht keine, weil ich dort nichts Eigenes beizutragen habe. Eine erfundene Anekdote wäre schnell geschrieben und würde genau das Vertrauen zerstören, um das es auf dieser Seite geht.
04 · Arbeitsweise
Wie ein Satz hierher kommt
Welche Quellen Vorrang haben, steht in Quellen & Methodik. Hier geht es um die Handgriffe davor – die vier Regeln, an denen sich entscheidet, ob eine Aussage stehen bleibt.
- 1
Keine Zahl ohne offene Quelle
Jede Zahl, jede Rechtsaussage und jede medizinische Handlungsregel wird beim Schreiben aus der Quelle abgeschrieben, nicht aus dem Gedächtnis. Was ich nicht belegen kann, fällt raus – auch wenn der Artikel dadurch weniger konkret wirkt.
- 2
Widersprüche stehen lassen, statt sie zu glätten
Wenn zwei Fachquellen sich uneins sind, entscheide ich das nicht still für eine Seite. Beispiel aus Notfallzeichen erkennen: Ob Alpakas streng als obligate Nasenatmer gelten, wird in der Fachliteratur uneinheitlich gehandhabt. Im Artikel steht deshalb beides – die Uneinigkeit und die praktische Folge, die davon unberührt bleibt: Sichtbare Maulatmung ist ein Notfall.
- 3
Eigene Erfahrung wird nicht zur Regel
Was bei drei Tieren funktioniert hat, ist kein Beleg. Wo etwas aus unserem Stall stammt, steht es in einem gekennzeichneten Block und nicht im Fließtext zwischen den belegten Aussagen. Wer schnell prüfen will, worauf ein Satz beruht, soll das an der Form erkennen können.
- 4
Keine Dosierung, auch wenn ich sie kenne
Unsere Tiere sind behandelt worden, ich weiß also, was unsere Praxis in unserem Fall gegeben hat. Genau das steht hier nirgends. Ein Wirkstoff mit Menge, öffentlich hingeschrieben, wird gelesen als „das kann man geben“ – und Gewicht, Erreger, Resistenzlage und Wartezeit hängen am einzelnen Tier. Diese Grenze ist der Kern der Seite und nicht verhandelbar.
05 · Irrtum
Was passiert, wenn hier etwas falsch ist
Eine Person, 142 Leitfäden, kein Korrektorat – dass darin Fehler stecken, ist keine Frage des Ob. Interessant ist nur, was mit ihnen passiert.
Über jedem Leitfaden stehen zwei Daten, die nicht dasselbe bedeuten: wann der Text zuletzt bearbeitet wurde und wann seine Aussagen zuletzt Abschnitt für Abschnitt gegen die angegebenen Quellen gelesen wurden. Die Aktualitätsseite zeigt beides – ausdrücklich auch für die Artikel, bei denen das lange her ist. Eine sachliche Korrektur verschwindet damit nicht stillschweigend: Sie ändert das Datum, und das Datum steht sichtbar am Artikel.
Fachlicher Widerspruch mit Beleg hat Vorrang vor allem anderen, was gerade ansteht. Wenn ich einen Einwand nicht belegen oder nicht widerlegen kann, ist die ehrliche Konsequenz, die Aussage zu streichen statt sie vorsichtiger zu formulieren – ein abgeschwächter Satz ist immer noch derselbe Satz.
06 · Zuständigkeit
Was ich hier mache
Alles. Alpaka-Kompass hat keine Redaktion und kein Team – ich recherchiere, schreibe und pflege die 142 Leitfäden, baue die 11 Werkzeuge, die Giftpflanzen-Datenbank und den Symptom-Lotsen, pflege das Glossar und beantworte Rückmeldungen. Wenn hier etwas falsch ist, ist das meine Verantwortung.
- Recherche und Text aller Leitfäden entlang der Quellenhierarchie
- Pflege des Quellenverzeichnisses und der Aktualitätsangaben
- Konzept und Umsetzung der interaktiven Werkzeuge und Datenbanken
- Bearbeitung von Korrekturhinweisen – fachliche Einwände mit Quelle bekommen Vorrang vor allem anderen
07 · Ehrlich gesagt
Was ich nicht bin
Kein Tierarzt
Ich bin Alpaka-Halter, kein Veterinär. Gesundheitsartikel fassen veterinärmedizinische Quellen zusammen und helfen beim Einordnen von Dringlichkeit. Sie ersetzen keine Untersuchung, keine Diagnose und keine Therapieentscheidung.
Kein Züchter und kein Gewerbe
Drei Hengste sind eine kleine Herde, und es ist eine private: keine Zucht, kein Tierverkauf, keine kommerziellen Wanderungen, kein Publikumsverkehr. Was hier über Zucht, Geburt oder größere Bestände steht, stützt sich deshalb vollständig auf Fachliteratur – und das steht dann auch dort.
Noch keine tierärztliche Gegenzeichnung
Eine kamelidenerfahrene Tierarztpraxis, die die Gesundheitsartikel gegenzeichnet, suche ich noch. Bis dahin gilt: Die Inhalte sind quellenbasiert erarbeitet, aber nicht veterinärmedizinisch freigegeben. Wer dazu beitragen möchte, ist über die Kontaktseite sehr willkommen.
08 · Kontakt
Korrekturen und Rückfragen
Erreichbar über die Kontaktseite und die im Impressum genannte Adresse. Fachliche Hinweise, Quellenkorrekturen und Widerspruch nehme ich gerne entgegen – am hilfreichsten mit Beleg, dann lässt sich schnell nachvollziehen und korrigieren.