Fachbegriff
Passiver Immunschutz
Passiver Immunschutz ist der Antikörperschutz, den ein Cria nach der Geburt über Kolostrum erhält. Er überbrückt die Zeit, bis das eigene Immunsystem ausreichend reagiert.
Auch: passive transfer, fpt
Einordnung
Was der Begriff konkret bedeutet
Da der Antikörpertransfer über die Plazenta bei Kameliden sehr gering ist, hängt die frühe Versorgung maßgeblich von zeitnaher Aufnahme hochwertigen Kolostrums ab. Darmaufnahme und damit Wirksamkeit sinken in den ersten Lebensstunden rasch.
Beim Failure of Passive Transfer ist die Übertragung unzureichend. Das Cria kann zunächst unauffällig wirken und trotzdem ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko tragen; die Beurteilung stützt sich deshalb auf Vorgeschichte, Untersuchung und geeignete Blutdiagnostik.
Ausführlich erklärt in
Zucht & CriaGeburt und die ersten 24 Stunden des CriasZeitmarken, Beobachtung und klare Eskalation von normalem Verlauf bis zum Notfall.Kommt vor in
Leitfäden, die diesen Begriff verwenden
Verwandte Begriffe
- DystokieDystokie bezeichnet eine erschwerte oder stockende Geburt, bei der Muttertier oder Cria ohne fachkundige Hilfe gefährdet sein können. Ursache können Lage, Größe, Geburtsweg oder fehlende Wehentätigkeit sein.
- IgGIgG steht für Immunglobulin G, die wichtigste im Kolostrum übertragene Antikörperklasse. Der Blutwert hilft einzuschätzen, ob ein Cria ausreichenden passiven Immunschutz erhalten hat.
- KolostrumKolostrum ist die erste, besonders antikörper- und nährstoffreiche Milch nach der Geburt. Für Crias ist die frühe Aufnahme zentral, weil sie nahezu ohne eigenen zirkulierenden Antikörperschutz geboren werden.
- MekoniumMekonium, auch Darmpech, ist der erste dunkle und zähe Kot des Neugeborenen. Sein Abgang gehört zur Beobachtung in den ersten Lebensstunden.