Themenbereich 03 · 12 Leitfäden

Fütterung und Weidefutter

Raufutterqualität, Wasser, Mineralstoffe und ein sicherer Umgang mit Giftpflanzen bestimmen Gesundheit und Kondition mehr als jedes Kraftfutter. Die häufigste Gefahr auf einer mitteleuropäischen Weide ist nicht der Mangel, sondern der Überfluss.

Einordnung

Warum diese Leitfäden zusammengehören.

Auf einer mitteleuropäischen Weide ist die häufigste Fütterungsgefahr nicht der Mangel, sondern der Überfluss. Diese Leitfäden hängen deshalb an einer gemeinsamen Logik: erst Raufutter und dessen Qualität, dann Weideführung, dann Mineralstoffe – und Kraftfutter zuletzt und nur mit Begründung. Wer die Reihenfolge umdreht, löst ein Problem, das er selbst erzeugt hat.

Weide und Parasiten stehen hier bewusst zusammen. Besatzdichte, Rotation und Kotplätze sind Fütterungsentscheidungen und Gesundheitsentscheidungen in einem; sie in zwei Bereiche zu trennen, würde genau den Zusammenhang verschleiern, auf den es ankommt. Giftpflanzen gehören ebenfalls hierher, weil die entscheidende Maßnahme eine Weidemaßnahme ist – sperren, nicht behandeln. Was nach der Aufnahme passiert und wann telefoniert wird, steht in der Gesundheit.

Wer gerade anfängt, liest die Raufuttergrundlagen zuerst und alles andere später: Raufutter trägt die Ration, Kraftfutter kommt nur mit Indikation dazu, und die Menge bemisst sich an Kondition und Futterqualität statt an einem Standardmaß. Wer schon füttert und ein konkretes Problem hat, geht über die Heubeurteilung oder das Weidemanagement ein. Wer eine neue Weide übernimmt, beginnt bei den Giftpflanzen und der Bodenprobe. Der häufigste Fehler ist gut gemeint: zufüttern, weil ein Tier dünn wirkt, ohne vorher den Body Condition Score zu ertasten und die Zähne prüfen zu lassen. Unter dem Vlies sieht man Kondition nicht, und wenn Abmagerung eine Zahn- oder Parasitenursache hat, macht mehr Kraftfutter das Problem nicht kleiner, sondern verdeckt es.

Einstiegspfad

In dieser Reihenfolge.

Wer neu im Thema ist, liest diese Leitfäden am besten nacheinander – jeder setzt den vorherigen voraus.

  1. 01
    Alpakas füttern: Raufutter zuerst, Fehler vermeiden

    Die Basisration verstehen

  2. 02
    Heu beurteilen, analysieren und sicher lagern

    Heu beurteilen, bevor es gekauft wird

  3. 03
    Mineralstoffe und Vitamin D ohne Blindflug

    Artspezifisch ergänzen statt raten

  4. 04
    Giftpflanzen erkennen und Exposition verhindern

    Die Fläche systematisch absichern

Saisonal

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