Ein alpakatauglicher Unterstand hält alle Tiere gleichzeitig trocken, bietet Schatten und Windschutz, bleibt aber gut belüftet. Entscheidend sind mehr als Quadratmeter: breite, nicht blockierbare Zugänge, rutschfeste trockene Böden, getrennte Futterplätze und ein schnell abtrennbares Krankenabteil. Dauerfeuchte, Zugluft auf Liegehöhe und Sackgassen sind die häufigsten Planungsfehler.
Das Wichtigste
Alle Tiere müssen gleichzeitig trocken liegen können.
Mindestens zwei breite Öffnungen reduzieren Blockieren und Panik.
Luftaustausch ja, Zugluft am liegenden Tier nein.
Ein separates Abteil muss im Krankheits- oder Geburtsfall kurzfristig verfügbar sein.
Vom Verhalten her planen
- Rechteckige, übersichtliche Fläche statt enger Winkel und Sackgassen
- Zwei oder mehr breite Ein- und Ausgänge für rangniedrige Tiere
- Futterraufen nicht unmittelbar in Engstellen oder über Liegeplätzen
- Sichtkontakt zur Herde auch aus Kranken- und Geburtsabteil
- Beleuchtung und Strom so installieren, dass Kabel und Leuchten unerreichbar sind
Fläche als Funktionsmaß
Zwei Quadratmeter pro Tier werden in mehreren Orientierungshilfen als knappe Stall-Untergrenze genannt. Für eine entspannte Offenstallhaltung ist mehr sinnvoll: Plane so, dass alle Tiere ausgestreckt liegen, sich drehen und aneinander vorbeigehen können. Große, bewollte Tiere, Hengstgruppen, Geburten und längere Schlechtwetterperioden brauchen zusätzliche Reserve.
Boden, Einstreu und Hygiene
- Tragfähig, rutschfest, trocken und ohne scharfe Kanten
- Gefälle und Entwässerung von Liege- und Futterbereich weg
- Saugfähige Einstreu auf kalten oder harten Liegeflächen
- Kotplätze leicht zugänglich und regelmäßig entfernbar
- Keine glatten Fliesen, blanken nassen Betonflächen oder tiefen Matschzonen
Luft, Hitze und Winter
Alpakas vertragen Kälte bei trockenem Vlies und Windschutz gut. Problematischer sind feuchte Wärme, hohe Luftfeuchte, Ammoniak und ein dichtes Vlies. Im Sommer muss der Schutzbereich Schatten geben, ohne sich wie ein geschlossener Blechkasten aufzuheizen.
- Querlüftung oberhalb der Liegezone ermöglichen.
- Helle oder gedämmte Dachflächen gegen Aufheizung nutzen.
- Ventilatoren sicher montieren und Kabel schützen.
- Nasses Vlies nach Starkregen kontrollieren; geschwächte Tiere gesondert trocken halten.
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Häufige Fragen
Wie groß muss ein Alpaka-Unterstand sein?
Zwei Quadratmeter pro Tier werden in mehreren Orientierungshilfen als knappe Stall-Untergrenze genannt. Für entspannte Offenstallhaltung ist mehr sinnvoll: So planen, dass alle Tiere ausgestreckt liegen, sich drehen und aneinander vorbeigehen können. Große bewollte Tiere, Hengstgruppen, Geburten und lange Schlechtwetterperioden brauchen zusätzliche Reserve.
Reicht eine Tür für den Unterstand?
Nein. Mindestens zwei breite Öffnungen reduzieren Blockieren und Panik – ein rangniedriges Tier muss an einem ranghohen vorbeikommen können. Ein großer Raum mit nur einer schmalen Tür kann schlechter funktionieren als ein kleinerer, gut gegliederter Unterstand mit mehreren Ausgängen und getrennten Ressourcen.
Ist Kälte oder Feuchtigkeit das größere Problem?
Feuchtigkeit. Alpakas vertragen Kälte bei trockenem Vlies und Windschutz gut; problematischer sind feuchte Wärme, hohe Luftfeuchte, Ammoniak und ein dichtes Vlies. Luftaustausch ist deshalb nötig – aber keine Zugluft am liegenden Tier.
Was sind die häufigsten Planungsfehler?
Dauerfeuchte, Zugluft auf Liegehöhe und Sackgassen. Dazu Futterraufen direkt in Engstellen oder über Liegeplätzen, enge Winkel statt übersichtlicher rechteckiger Flächen und erreichbare Kabel oder Leuchten.
Brauche ich ein separates Abteil?
Ja – ein separates Abteil muss im Krankheits- oder Geburtsfall kurzfristig verfügbar sein, und zwar mit Sichtkontakt zur Herde. Getrennt heißt nicht isoliert.
Welcher Boden eignet sich?
Tragfähig, rutschfest, trocken und ohne scharfe Kanten, mit Gefälle und Entwässerung weg von Liege- und Futterbereich und saugfähiger Einstreu auf kalten oder harten Liegeflächen. Kotplätze müssen leicht zugänglich und regelmäßig entfernbar sein. Ungeeignet sind glatte Fliesen, blanke nasse Betonflächen und tiefe Matschzonen.
Belege & Vertiefung
Quellen dieses Leitfadens
Auf Basis der folgenden Fachquellen erstellt und laufend gepflegt. Zuletzt geprüft und aktualisiert am 26. Juli 2026.
- Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT)Haltung und Vorführung von Kameliden ↗Tierschutzfachliche Grundlage für Haltung, Fläche und Infrastruktur.
- MuD-Tierschutzprojekt NeuweltkamelidenTiergesundheitsmanagementplan und Checkliste für Tierhalter:innen ↗Praxis-Checkliste des MuD-Projekts zu Haltung, Fläche und Infrastruktur.
- Merck Veterinary ManualManagement of Llamas and Alpacas ↗Belegt tierärztliche Management-Grundlagen der Kameliden für Haltung, Fläche und Infrastruktur.
- University of Minnesota ExtensionDry lots and shelters ↗Stützt Planung von befestigten Ausläufen, Entwässerung, Unterstand und sauberem Fressbereich.
Dieser Leitfaden dient der sachkundigen Haltung und Früherkennung. Er ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Therapie durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.