Fachbegriff
Refugium
Refugium bezeichnet den Teil einer Parasitenpopulation, der zum Behandlungszeitpunkt keinem Wirkstoff ausgesetzt ist. Seine empfindlichen Gene verdünnen die Nachkommen resistenter Überlebender.
Auch: refugia
Einordnung
Was der Begriff konkret bedeutet
Zum Refugium gehören Parasiten in unbehandelten Tieren sowie Entwicklungsstadien auf der Weide. Wird die gesamte Herde behandelt und unmittelbar auf eine sehr saubere Fläche umgesetzt, können fast nur resistente Überlebende die neue Population begründen.
Mehr Refugium ist kein Selbstzweck: Zu hoher Infektionsdruck gefährdet Tiere. Die passende Balance hängt von Wirksamkeit, Weide, Klima, Tiergruppen und Krankheitsrisiko ab und gehört in ein integriertes Parasitenmanagement.
Ausführlich erklärt in
GesundheitAlpaka-Parasitenschutz: Kotprobe statt BlindflugWarum pauschales Entwurmen Resistenzen fördert und wie Diagnostik, Weide und Behandlung zusammenspielen.Kommt vor in
Leitfäden, die diesen Begriff verwenden
Verwandte Begriffe
- Anthelminthika-ResistenzAnthelminthika-Resistenz liegt vor, wenn ein vererbbarer Anteil einer Parasitenpopulation eine korrekt durchgeführte Behandlung mit einem Wirkstoff überlebt. Sie betrifft den Parasitenbestand, nicht das behandelte Alpaka.
- FEC (Eizahl im Kot)FEC steht für Fecal Egg Count, die quantitative Zahl bestimmter Parasiteneier pro Gramm Kot (EpG). Der Wert schätzt die aktuelle Eiausscheidung, nicht direkt die Zahl oder Gefährlichkeit aller Würmer.
- KotprobeEine Kotprobe ist frisches, eindeutig einem Tier oder einer definierten Gruppe zugeordnetes Untersuchungsmaterial. In der Alpakahaltung dient sie vor allem der gezielten Parasitenkontrolle.
- Selektive BehandlungSelektive Behandlung bedeutet, nur diejenigen Tiere zu entwurmen, bei denen Befunde und Risiko eine Behandlung begründen. Sie ersetzt pauschale Herdentermine durch individuelle Entscheidungen.