Fachbegriff

Weiderotation

Weiderotation ist der geplante Wechsel zwischen Teilflächen mit Nutzungs- und Ruhephasen. Sie soll Grasnarbe und Futterangebot steuern, ist aber keine automatische Parasitenentwurmung der Weide.

Auch: rotation

Einordnung

Was der Begriff konkret bedeutet

Wie lange eine Fläche genutzt oder geschont wird, hängt von Aufwuchs, Boden, Wetter, Tierzahl und Parasitenbiologie ab. Ein starrer Kalender kann bei Trockenheit zu lang und bei feuchtwarmem Wachstum zu kurz sein.

Larven überleben je nach Art und Witterung unterschiedlich lange. Kurze Ruhezeiten oder der Wechsel auf bereits kontaminierte Flächen können den Infektionsdruck sogar erhalten; Rotation muss deshalb mit Kotplatzmanagement, Schnitthöhe, Diagnostik und Besatzplanung verbunden werden.

Zwei Ziele, die nicht dasselbe sind

Weiderotation verfolgt zwei Zwecke, die oft in einen Topf geworfen werden. Der erste ist futterbaulich: Nutzungs- und Ruhephasen halten die Grasnarbe dicht, sichern den Nachwuchs und verhindern, dass eine Fläche kurz und lückig heruntergefressen wird. Der zweite ist parasitologisch: Ruhezeiten sollen die Zahl infektiöser Larven auf der Fläche senken.

Für das erste Ziel funktioniert Rotation zuverlässig. Für das zweite funktioniert sie nur bedingt – und dieser Unterschied ist der Grund, warum Rotation gute Weidepflege, aber keine Entwurmung der Fläche ist.

Warum die Fläche nicht einfach sauber wird

Wie lange Larven auf einer Fläche überleben, hängt von Feuchte, Temperatur und Parasitenart ab. Eine Ruhezeit, die unter trockenen, heißen Bedingungen wirksam ist, kann in einem feuchten, milden Herbst zu kurz sein. Pauschale Angaben in Wochen sind deshalb mit Vorsicht zu behandeln.

Dazu kommt das Kotplatzverhalten. Alpakas nutzen gemeinschaftliche Kotplätze – das begrenzt die Verteilung von Eiern über die Fläche und ist ein echter Vorteil. Aber nicht jedes Tier und nicht jede Gruppe hält den Kotplatz konsequent ein, und rund um Geilstellen wächst Gras, das gemieden wird, während anderswo kurz gefressen wird.

Was Rotation ergänzt

Nachmähen von Geilstellen und Mischbeweidung können den Effekt verstärken – aber Mischbeweidung ausdrücklich nicht mit Schafen und Ziegen: Sie teilen mit Kameliden erhebliche Teile des Wurmspektrums, sodass die zusätzliche Tierart den Infektionsdruck erhöhen statt senken kann. Rind und Pferd überschneiden sich deutlich weniger.

Gemeint ist dabei zeitversetzte Beweidung und nicht das gemeinsame Stehen auf einer Fläche; ob zwei Tierarten überhaupt zusammen gehalten werden können, ist eine eigene Frage mit eigenen Kriterien.

Wie viel Fläche eine Rotation braucht, lässt sich nicht in einer allgemeingültigen Quadratmeterzahl angeben. Der Bedarf ist standortabhängig, und eine reine Flächenzahl sagt nichts über Futterertrag oder Parasitenrisiko. Entscheidend ist nicht die Gesamtfläche, sondern ob sie sich sinnvoll unterteilen lässt.

Belege

Quellen dieser Begriffsseite

  1. MuD-Tierschutzprojekt NeuweltkamelidenTiergesundheitsmanagementplan und Checkliste für Tierhalter:innen Weideführung und Parasitenmanagement in der Praxis-Checkliste.
  2. Bayerische Akademie für Naturschutz und LandschaftspflegeLamas und Alpakas in der Landschaftspflege Fachinformation zur Beweidung mit Lamas und Alpakas.
  3. Peer-reviewed review / PubMed CentralHusbandry practices and welfare of alpacas and llamas Übersichtsarbeit zu Haltung, Weide und Tiergesundheit.

Ausführlich erklärt in

Fütterung & WeideWeidemanagement als Parasiten- und FutterstrategieWie Besatz, Rotation, Kotplätze, Ruhezeiten und Futterreserve zusammen geplant werden.

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