Kaschmir ist im Schnitt feiner als Alpaka: Kaschmir liegt meist zwischen 14 und 19 Mikron, während eine Untersuchung an einer Alpakaherde einen mittleren Faserdurchmesser von rund 25 Mikron ermittelte. Alpakafaser ist teilweise markhaltig; der in einer einzelnen Herde gemessene Anteil von rund 69 Prozent ist jedoch kein allgemeiner Artwert. Für das Kratzrisiko sind vor allem steife Grobfasern relevant. Der Anteil über 30 Mikron ist dafür eine nützliche Kennzahl, aber keine harte Komfortgrenze.
Das Wichtigste
Kaschmir liegt meist zwischen 14 und 19 Mikron – 19 Mikron sind dabei die Obergrenze, die die Definition zulässt, nicht der Normalwert.
Eine Untersuchung an einer Alpakaherde ermittelte einen mittleren Faserdurchmesser von rund 25 Mikron.
Merino und Kaschmir sind überwiegend markfrei, Alpakafaser ist teilweise markhaltig.
Der Anteil steifer Grobfasern erhöht das Kratzrisiko; Durchmesser und Markhaltigkeit sind häufig miteinander verknüpft.
Die Zahlen im Vergleich
| Merkmal | Alpaka | Kaschmir |
|---|---|---|
| Typische Feinheit | Je nach Tier und Zone sehr unterschiedlich; in einer Herdenuntersuchung im Mittel rund 25 Mikron | Meist 14–19 Mikron; 19 ist die Obergrenze der Definition |
| Markhaltigkeit | Teilweise markhaltig | Überwiegend markfrei |
| Preis | In der Regel deutlich günstiger | Hochpreisig |
| Naturfarben | Große natürliche Farbpalette | Meist gefärbt |
| Ertrag pro Tier | Ein Vlies pro Jahr, mehrere Kilogramm | Wenige hundert Gramm Unterwolle |
Warum manches Alpaka kratzt und anderes nicht
Das Kratzgefühl entsteht wesentlich durch einzelne dickere, steifere Fasern, die aus der Textiloberfläche hervorstehen und die Haut reizen können. Der Anteil über 30 Mikron wird deshalb als Prickle-Risikokennzahl verwendet. Markhaltigkeit kommt bei gröberen Fasern häufiger vor, lässt sich aber nicht isoliert zur Hauptursache oder Produktgarantie erklären.
Praktisch heißt das: Nicht der Materialname entscheidet über das Tragegefühl, sondern die Sortierung. Ein Kleidungsstück aus sauber sortiertem Deckenvlies eines feinen Tieres fühlt sich völlig anders an als eines, in das Hals- und Beinfaser eingemischt wurde.
Wofür welche Faser
- Direkt auf der Haut, maximale Weichheit gewünscht: Kaschmir oder sehr feines, sortiertes Alpaka.
- Wärme bei geringem Gewicht, robuster Alltag: Alpaka.
- Naturfarben ohne Färbung: Alpaka mit deutlichem Vorsprung.
- Formstabile, elastische Kleidung: weder noch – dafür ist Merino oder ein Mischgewebe die bessere Wahl.
- Begrenztes Budget: Alpaka bietet für den Preis meist deutlich mehr Faser.
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Häufige Fragen
Ist Kaschmir feiner als Alpaka?
Im Schnitt ja: Kaschmir liegt meist zwischen 14 und 19 Mikron, während eine Untersuchung an einer Alpakaherde im Mittel rund 25 Mikron ermittelte. Mittelwerte beschreiben aber keine einzelne Faser – ein sehr feines, sauber sortiertes Alpakavlies kann feiner sein als mittelmäßiger Kaschmir.
Warum kratzt Alpaka manchmal?
Einzelne steife Grobfasern können aus der Oberfläche hervorstehen und die Haut reizen. Der Anteil über 30 Mikron beschreibt dieses Risiko besser als der Mittelwert allein, ist aber keine harte Grenze. Markhaltigkeit tritt bei gröberen Alpakafasern häufiger auf; auch Garn, Gewebe, Ausrüstung und individuelle Empfindlichkeit wirken mit.
Was bedeutet markhaltig?
Die Faser besitzt einen Markkanal, der durchgehend, unterbrochen oder fragmentiert sein kann. Alpakafaser ist teilweise markhaltig, besonders bei gröberen Fasern. Die in einer einzelnen Herdenuntersuchung gemessenen rund 69 Prozent beschreiben diese Stichprobe und dürfen nicht als allgemeiner Wert für alle Alpakas gelesen werden.
Ist Alpaka billiger als Kaschmir?
In der Regel deutlich. Ein Alpaka liefert pro Jahr ein Vlies von mehreren Kilogramm, während von einer Kaschmirziege nur wenige hundert Gramm Unterwolle gewonnen werden. Dazu kommt bei Alpaka die große natürliche Farbpalette, die Färbekosten spart.
Welche Faser soll ich für einen Pullover wählen?
Für maximale Weichheit direkt auf der Haut Kaschmir oder sehr feines, sortiertes Alpaka. Für Wärme bei geringem Gewicht im robusten Alltag Alpaka. Für formstabile, elastische Kleidung weder noch – dafür sind Merino oder ein Mischgewebe besser geeignet.
Belege & Vertiefung
Quellen dieses Leitfadens
Auf Basis der folgenden Fachquellen erstellt und laufend gepflegt. Zuletzt redaktionell bearbeitet am 1. August 2026; redaktioneller quellenabgleich am 9. August 2026.
Das ist ein redaktioneller Abgleich der Aussagen mit den angegebenen Quellen – keine Prüfung oder Freigabe durch eine Tierarztpraxis, keine klinische Validierung und keine individuelle Beratung.
- Peer-reviewed study / PubMed CentralAnalysis of the wool thickness and medullation characteristics in a herd of alpacas ↗Untersuchung zu Faserdurchmesser und Markhaltigkeit in einer Alpakaherde als Zahlengrundlage für Materialvergleiche.
- Australian Alpaca AssociationProperties, Processing and Performance of Rare and Natural Fibres ↗Zusammenfassung vorliegender Forschung zu Eigenschaften, Verarbeitung und Leistung seltener Naturfasern.
- Alpaca Owners AssociationAlpaca Fiber Characteristics ↗Verbandsdarstellung der Fasereigenschaften von Alpaka einschließlich Deckhaar und Markkanal.
- EUR-Lex / Europäische UnionVerordnung (EU) Nr. 1007/2011 über Textilfaserbezeichnungen und Etikettierung ↗Belegt, dass Anhang I Nummer 2 sowohl Alpaka als auch Kaschmir enthält und beide nur mit dem Tiernamen bezeichnet werden dürfen – ein Etikett „Wolle“ ist für keines von beiden zulässig.