Die Fakten

Alpaka-Steckbrief: Größe, Gewicht, Alter, Herkunft

Größe, Gewicht, Herkunft, Lebenserwartung, Tragzeit und Normwerte auf einen Blick – die belegten Eckdaten zum Alpaka in kompakter Übersicht.

Lesezeit
ca. 8 Min.
Aktualisiert
2. August 2026
Redaktioneller Quellenabgleich
9. August 2026
Einordnung
Start & Herde
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Alpakas sind domestizierte Neuweltkameliden aus den südamerikanischen Anden, gezüchtet aus dem wilden Vikunja. Sie erreichen etwa 80 bis 100 Zentimeter Widerristhöhe, wiegen ausgewachsen meist 55 bis 85 Kilogramm und werden 15 bis über 20 Jahre alt. Es gibt zwei Vlies-Typen (Huacaya und Suri). Als reine Pflanzenfresser mit dreikammerigem Magen leben sie in Herden, tragen rund 11,5 Monate und bringen in der Regel ein einzelnes Jungtier (Cria) zur Welt.

Das Wichtigste

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Alpakas stammen aus den Anden Südamerikas und wurden aus dem Vikunja domestiziert.

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Ausgewachsene Tiere wiegen meist 55 bis 85 kg bei etwa 80 bis 100 cm Widerristhöhe.

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Die Lebenserwartung liegt bei 15 bis über 20 Jahren.

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Es gibt zwei Typen: das flauschige Huacaya und das lockige Suri.

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Alpakas verständigen sich vor allem über ein leises Summen und einen schrillen Alarmruf; Spucken gilt überwiegend der Herdenkommunikation.

Die wichtigsten Eckdaten

Alpakas sind Hochland-Spezialisten: Über Jahrtausende hat sie das Leben auf 3.500 bis 5.000 Metern in den Anden geformt – dünne Luft, eisige Nächte, karges Gras. Fast alles an ihrem Körper erzählt von dieser Herkunft, vom dichten Vlies bis zum sparsamen Stoffwechsel, der aus wenig Futter viel herausholt. Wer das versteht, versteht auch die meisten Haltungsfehler in Mitteleuropa: Hier ist das Problem selten zu wenig, sondern fast immer zu viel – zu viel Energie im Futter, zu wenig Struktur, zu feuchte Böden.

MerkmalWert
SystematikFamilie der Kamele (Camelidae), Gruppe der Neuweltkamele – zusammen mit Lama, Guanako und Vikunja
HerkunftAnden Südamerikas (Peru, Bolivien, Chile)
Widerristhöheca. 80–100 cm
Gewicht adultmeist 55–85 kg
Lebenserwartung15 bis über 20 Jahre
Tragzeitca. 11,5 Monate (Merck nennt 332–352 Tage)
Nachwuchsin der Regel ein Cria pro Trächtigkeit
Vlies-TypenHuacaya (flauschig), Suri (lockig)

Körperbau und Besonderheiten

Vieles am Alpaka wirkt auf den zweiten Blick durchdacht. Die gespaltene Oberlippe zupft einzelne Halme ab, statt die Grasnarbe abzureißen. Die gepolsterten Zehen mit ihren zwei Nägeln hinterlassen selbst auf weichem Boden kaum Trittschäden – deshalb gelten Alpakas als bodenschonend, und deshalb müssen die Nägel geschnitten werden: Auf unseren Weiden nutzen sie sich fast gar nicht ab.

Und dann sind da die gemeinschaftlichen Kotplätze. Bei uns sind es vier, immer die gleichen, und sie machen das Absammeln planbar. Wie stark das den Infektionsdruck senkt, hängt von Fläche, Besatz, Witterung und Parasitenart ab – belastbar quantifiziert ist es nicht, und nicht jedes Tier hält die Plätze konsequent ein. Kotproben ersetzt es nicht.

  • Modifizierte Wiederkäuer mit dreikammerigem Magen – keine echten Wiederkäuer wie Rind oder Schaf
  • Gespaltene, bewegliche Oberlippe zum gezielten Abrupfen von Futter
  • Im Oberkiefer vorn keine Schneidezähne, sondern eine feste Zahnplatte
  • Gepolsterte Zehen mit zwei Nägeln statt harter Hufe – bodenschonend
  • Gemeinschaftliche Kotplätze, was das Parasitenmanagement erleichtern kann

Wichtige Normwerte adulter Tiere

Diese drei Werte sind der Grund, warum ein Fieberthermometer die günstigste sinnvolle Anschaffung der ganzen Haltung ist. Wichtiger als der Bereich selbst ist aber der eigene Normalwert jedes Tieres: Wer zweimal im Jahr bei entspannten, gesunden Tieren misst, weiß später, ob 38,7 °C bei diesem Tier unauffällig oder schon erhöht sind.

ParameterReferenzbereich
Körpertemperatur37,5–38,9 °C
Herzfrequenz60–90 Schläge/min
Atemfrequenz10–30 Züge/min

Was die Zahlen im Alltag bedeuten

Eckdaten sind hübsch, aber sie beantworten die eigentlichen Fragen nicht. Deshalb hier die gleichen Werte einmal aus der Perspektive der täglichen Arbeit: Wie viel Heu geht weg, wie viel Vlies kommt zurück, was heißt „15 bis über 20 Jahre“ für die Planung?

FrageGrößenordnungWas dahintersteckt
Wie viel frisst ein Alpaka am Tag?Etwa 1,8 bis 2 % des Körpergewichts als Trockenmasse – bei 65 kg rund 1,2 bis 1,3 kgGilt für Erhaltung. Frischgras enthält viel Wasser, die Kilogramm sind deshalb nicht mit Heu vergleichbar.
Wie viel Wasser?Keine verlässliche LiterzahlDer Bedarf schwankt mit Temperatur, Laktation und Futterfeuchte. Entscheidend ist ständiger, sauberer Zugang – nicht ein Zielwert.
Wie viel Vlies pro Jahr?Angaben reichen von etwa 2 bis 5 kg RohvliesNur ein Teil davon ist feines Deckenvlies; Hals, Beine und Bauch gehen in eigene Lose.
Wie viele Tiere mindestens?DreiZwei sind ein fragiles Minimum: Bei Krankheit, Quarantäne oder Tod bleibt sofort ein Einzeltier zurück.
Wie lange bindet die Entscheidung?15 bis über 20 JahreLänger als ein Hund, oft länger als ein Job oder eine Wohnsituation. Das ist der am häufigsten unterschätzte Wert dieser Tabelle.

Häufig verwechselt: Alpaka, Lama, Schaf

Am Zaun ist das die häufigste Frage überhaupt, meist in der Form „Ist das ein Lama?“. Die Unterschiede sind schnell erzählt und helfen auch bei der Kaufentscheidung.

MerkmalAlpakaLamaSchaf
Größe80–100 cm Widerrist, 55–85 kgDeutlich größer: ca. 110–130 cm Widerrist, meist etwa 130–200 kgJe nach Rasse sehr unterschiedlich, etwa 20 bis über 100 kg
OhrenKurz, gerade, spitzLang, nach innen gebogen (bananenförmig)Kurz, seitlich
VerdauungDrei Magenabteilungen, modifizierter WiederkäuerWie AlpakaVier Magenabteilungen, echter Wiederkäuer
FüßeGepolsterte Zehen mit zwei NägelnWie AlpakaGespaltene Hufe/Klauen
Klassischer ZweckFeine FaserLasttier, teils BeischutzWolle, Fleisch, Milch

Wie Alpakas sich ausdrücken

Alpakas sind leise Tiere mit einem überraschend feinen Ausdruck. Das typischste Geräusch ist ein weiches Summen ("Humming") – es begleitet Neugier, leichte Anspannung, den Kontakt zwischen Stute und Cria. Bei Gefahr stoßen sie einen schrillen, fast vogelartigen Alarmruf aus, der die ganze Herde in Sekunden aufmerksam macht. Und ja, sie spucken – aber fast nie den Menschen an. Spucken ist in erster Linie Herdenkommunikation: eine Ansage am Futtertrog, ein Klären der Rangfrage. Wer Abstand und Körpersprache respektiert, bekommt es kaum ab.

Aus unserer eigenen Haltung

Bei uns summt vor allem Stupsi – ein tiefes Brummen, wenn er mich an der Weide erwartet. Coco ist der Wächter: Sein Alarmruf hat uns schon oft zum Zaun geholt, meist wegen eines Bussards, einmal wegen eines aufgerissenen Zauns. Und Steve ist der, der einem irgendwann von selbst die Nase an die Hand legt, wenn man lange genug stillsteht. Die Eckdaten oben sagen über diese drei ziemlich wenig – aber sie sind der Rahmen, in dem man erst merkt, wie unterschiedlich Alpakas sind. – Fabian

– Fabian · Die ganze Geschichte

Begriffe aus diesem Artikel

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Body Condition Score (BCS)CriaTrockenmasseKotprobeQuarantäneNeuweltkamelidenHuacayaSuriVliesPyrrolizidinalkaloideModifizierter WiederkäuerStandardabweichung (Faser)DeckenvliesLock (Suri)KotplatzBesatzdichte

Häufige Fragen

Wie groß und schwer werden Alpakas?

Alpakas erreichen etwa 80 bis 100 Zentimeter Widerristhöhe und wiegen ausgewachsen meist zwischen 55 und 85 Kilogramm – deutlich kleiner und leichter als Lamas, die meist etwa 130 bis 200 Kilogramm erreichen.

Wie alt werden Alpakas?

Alpakas können 15 bis über 20 Jahre alt werden. Für die Anschaffung heißt das: Die Entscheidung bindet länger als bei einem Hund und übersteht oft mehrere Lebensphasen. Wer nicht sicher sagen kann, wer die Tiere in 15 Jahren versorgt, sollte die Frage vorher klären.

Woher stammen Alpakas ursprünglich?

Aus den Hochanden Südamerikas – Peru, Bolivien und Chile –, wo sie vor Jahrtausenden aus dem wilden Vikunja domestiziert wurden, vor allem zur Fasergewinnung. Diese Herkunft erklärt viele Haltungsfragen in Mitteleuropa: Das Problem ist hier selten zu wenig Futter, sondern zu viel Energie und zu viel Nässe.

Sind Alpakas Wiederkäuer?

Nicht im engeren Sinn. Alpakas gelten als modifizierte Wiederkäuer: Sie käuen wieder, haben aber drei Magenabteilungen statt vier wie bei Rind, Schaf und Ziege. Im Oberkiefer sitzt vorn keine Schneidezahnreihe, sondern eine feste Zahnplatte.

Wie viel frisst ein Alpaka am Tag?

Als Orientierung gelten etwa 1,8 bis 2 Prozent des Körpergewichts als Trockenmasse pro Tag – bei einem 65-Kilogramm-Tier also rund 1,2 bis 1,3 Kilogramm. Das ist eine Bestandsplanungszahl, keine individuelle Ration: Trächtigkeit, Laktation, Wachstum, Kälte und Futterqualität verschieben den Bedarf deutlich.

Wie viel Wolle liefert ein Alpaka pro Jahr?

Die Angaben reichen von etwa 2 bis 5 Kilogramm Rohvlies aus einer jährlichen Schur, abhängig von Alter, Fütterung und Genetik; eine engere Zahl wäre eine Scheingenauigkeit. Verkaufsfähig ist davon deutlich weniger, weil Hals-, Bein- und Bauchfaser in eigene Lose gehen und Verschmutzung sowie zweite Schnitte aussortiert werden.

Wie schwer ist ein neugeborenes Alpaka?

Die Angaben gehen auseinander, und zwar schon innerhalb des Merck Veterinary Manual: 7 bis 11 Kilogramm im Kapitel zur Herdengesundheit, 5,5 bis 8 Kilogramm im Kapitel zur Reproduktion; unter etwa 6 Kilogramm wird in der Literatur als niedriges Geburtsgewicht und Risikofaktor beschrieben. Für die Praxis heißt das: Der Startwert allein taugt wenig, die Zunahme in den ersten Tagen sagt mehr.

Spucken Alpakas Menschen an?

Nur selten. Spucken ist in erster Linie Kommunikation innerhalb der Herde – etwa am Futtertrog oder beim Klären der Rangfrage. Gegenüber vertrauten, respektvoll auftretenden Menschen kommt es kaum vor; meist gibt es vorher deutliche Warnsignale über Ohren und Halshaltung.

Wie viele Alpakas muss man mindestens halten?

Praxistauglich sind mindestens drei. Ein einzelnes Alpaka ist keine Option, und zwei Tiere kippen sofort in Einzelhaltung, wenn eines in die Klinik muss, verkauft wird oder stirbt.

Belege & Vertiefung

Quellen dieses Leitfadens

Zur Quellenmethodik

Auf Basis der folgenden Fachquellen erstellt und laufend gepflegt. Zuletzt redaktionell bearbeitet am 2. August 2026; redaktioneller quellenabgleich am 9. August 2026.

Das ist ein redaktioneller Abgleich der Aussagen mit den angegebenen Quellen – keine Prüfung oder Freigabe durch eine Tierarztpraxis, keine klinische Validierung und keine individuelle Beratung.

  1. Merck Veterinary ManualManagement of Llamas and Alpacas Belegt Fütterungsgrundlagen (1,8 bis 2 Prozent des Körpergewichts, Heu mit 10 bis 14 Prozent Rohprotein), Zaunhöhen und den Body Condition Score von 1 bis 9.
  2. Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und VeterinärwesenLamas und Alpakas Behördliche Mindestanforderungen des Schweizer Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Haltung in Gruppen mit Artgenossen – ausdrücklich auch dann, wenn Tiere als Schutztiere für andere Arten dienen –, Stall mit Schutz vor Wind, Nässe, Sonne und Kälte für alle Tiere gleichzeitig, Anbinden verboten, jederzeit Zugang zu Raufutter oder Weide und zu frischem Wasser, regelmäßige Kontrolle und Kürzung der Zehennägel sowie Kontrolle der Kampfzähne bei Hengsten ab 2,5 Jahren.
  3. Deutsches Tierärzteblatt / BundestierärztekammerNeuweltkamele in Deutschland Liefert die Zahlen zur Verbreitung von Neuweltkamelen in Deutschland.
  4. Peer-reviewed review / PubMed CentralHusbandry practices and welfare of alpacas and llamas Peer-reviewte Übersicht zu Haltung und Wohlergehen – Basis der Verhaltens- und Sozialaussagen.
  5. Merck Veterinary ManualVital Signs in Adult Camelids Referenztabelle für Temperatur, Herz- und Atemfrequenz adulter Kameliden.
  6. Proceedings of the Royal Society B / PubMedGenetic analysis reveals the wild ancestors of llama and alpaca Belegt taxonomische Einordnung, Verwandtschaft und Domestikationsgeschichte.

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