Mutter & Cria

Euter, Mastitis und zu wenig Milch erkennen

Euterbefund und Cria-Gewicht gemeinsam beurteilen, bevor die Versorgung kippt.

Lesezeit
ca. 2 Min.
Aktualisiert
26. Juli 2026
Einordnung
Zucht & Cria
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Ein hartes, heißes, schmerzhaftes oder asymmetrisches Euter, auffällige Milch, Fieber der Stute oder ein nicht zunehmendes Cria wird am selben Tag untersucht. Milchmangel zeigt sich oft zuerst am Jungtier: häufiges erfolgloses Saugen, Unruhe, Kälte oder stagnierendes Gewicht. Zufütterung und Kolostrum-/Plasmaplan werden tierärztlich gesteuert, ohne die Mutter-Cria-Bindung zu verlieren.

Das Wichtigste

01

Zwei Zitzen und beide Euterhälften werden getrennt beurteilt.

02

Ein saugendes Cria hat nicht automatisch ausreichend Milchtransfer.

03

Mastitis kann Muttertier und Cria gefährden.

04

Gewichtstrend ist objektiver als Bauchgefühl.

Nach der Geburt kontrollieren

  • Cria findet beide Zitzen und schluckt sichtbar.
  • Euterhälften sind weich genug und nicht schmerzhaft.
  • Milch ist ohne Blut, Flocken oder auffälligen Geruch.
  • Stute frisst, steht und lässt das Cria trinken.

Heute untersuchen

  • Cria nimmt nicht zu, ist kalt oder apathisch.
  • Stute tritt das Cria weg oder reagiert schmerzhaft.
  • Euter heiß, hart, geschwollen oder asymmetrisch
  • Fieber, Futterstopp oder veränderte Milch

Behandlungs- und Fütterungsplan

  1. 01

    Mutter und Cria gemeinsam untersuchen.

  2. 02

    Milchtransfer und passiven Immunschutz bewerten.

  3. 03

    Probe vor Antibiotika sichern, wenn angezeigt.

  4. 04

    Zufütterung, Melken und Kontrollen schriftlich festlegen.

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CriaKolostrumLock (Suri)

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Mastitis bei der Stute?

An einem harten, heißen, schmerzhaften oder asymmetrischen Euter, an auffälliger Milch mit Blut, Flocken oder verändertem Geruch und an Fieber oder Futterstopp der Stute. Auch wenn die Stute das Cria wegtritt oder schmerzhaft reagiert, gehört das am selben Tag untersucht – Mastitis kann Muttertier und Cria gefährden.

Mein Cria saugt doch – reicht das als Beweis für genug Milch?

Nein. Ein saugendes Cria hat nicht automatisch ausreichenden Milchtransfer. Milchmangel zeigt sich häufig zuerst am Jungtier: häufiges erfolgloses Saugen, Unruhe, Kälte oder stagnierendes Gewicht. Der Gewichtstrend ist dabei objektiver als jedes Bauchgefühl.

Was kontrolliere ich direkt nach der Geburt am Euter?

Ob das Cria beide Zitzen findet und sichtbar schluckt; ob beide Euterhälften weich genug und nicht schmerzhaft sind; ob die Milch frei von Blut, Flocken und auffälligem Geruch ist; und ob die Stute frisst, steht und das Cria trinken lässt. Beide Zitzen und beide Euterhälften werden dabei getrennt beurteilt.

Darf ich einfach mit der Flasche zufüttern?

Zufütterung sowie Kolostrum- und Plasmaplan werden tierärztlich gesteuert – auch, damit die Mutter-Cria-Bindung nicht verloren geht. Mutter und Cria werden gemeinsam untersucht, der Milchtransfer und der passive Immunschutz bewertet, bei Bedarf eine Probe vor Antibiotikagabe gesichert und Zufütterung, Melken und Kontrollen schriftlich festgelegt.

Belege & Vertiefung

Quellen dieses Leitfadens

Zur Quellenmethodik

Auf Basis der folgenden Fachquellen erstellt und laufend gepflegt. Zuletzt geprüft und aktualisiert am 26. Juli 2026.

  1. Australian Alpaca AssociationBirthing and Cria Care Merkblatt des australischen Zuchtverbands zu Geburt und Cria-Versorgung.
  2. Merck Veterinary ManualReproduction of Llamas and Alpacas Belegt reproduktionsmedizinische Grundlagen (Merck Veterinary Manual).
  3. Merck Veterinary ManualHerd Health of Llamas and Alpacas Belegt herdengesundheitliche Aspekte für Zucht, Trächtigkeit und Aufzucht.
  4. Animals – peer-reviewtes FachjournalAlpaca colostrum and milk across lactation stages Liefert Referenzdaten zu Kolostrum und Milch und zeigt, warum Ersatzfütterung und Milchmangel fachlich beurteilt werden müssen.

Dieser Leitfaden dient der sachkundigen Haltung und Früherkennung. Er ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Therapie durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.