Verwertbare Faser entsteht durch saubere Schur, getrennte Partien, trockene Lagerung und dokumentierte Herkunft. Vor Verarbeitung werden Feinheit, Länge, Gleichmäßigkeit, Verschmutzung und erwartbare Ausbeute beurteilt. Beim Verkauf werden Materialzusammensetzung, Verarbeitung, Herkunft und Pflegehinweise wahrheitsgemäß angegeben; regionale Textil- und Kennzeichnungspflichten werden für das konkrete Produkt geprüft.
Das Wichtigste
Rohvliesgewicht ist nicht gleich verkaufsfähige Fasermenge.
Hals-/Beinfaser verändert ein gleichmäßiges Deckenlos.
Feuchte Lagerung kann eine ganze Partie zerstören.
„100 % Alpaka“ muss der tatsächlichen Materialzusammensetzung entsprechen.
Jedes Los dokumentieren
- Tier-ID, Schurdatum und Körperzone
- Gewicht vor und nach grober Sortierung
- Farbe, Faserlänge, Gleichmäßigkeit und Verschmutzung
- Laborwerte, wenn für Produkt und Preis relevant
Verarbeitung realistisch planen
- 01
Mindestmenge und Annahmekriterien der Spinnerei klären.
- 02
Waschen, Kardieren, Spinnen und Verluste kalkulieren.
- 03
Partien nur kompatibel mischen.
- 04
Muster vor großer Serie prüfen.
Transparent anbieten
- Materialanteile und Verarbeitungsort korrekt
- Pflegehinweise passend zum Endprodukt
- Keine medizinischen oder unbelegten Wirkversprechen
- Preis aus Vollkosten, Qualität und Ausbeute ableiten
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Häufige Fragen
Wie viel verkaufsfähige Faser bleibt von einem Vlies übrig?
Deutlich weniger als das Rohvliesgewicht – Rohvliesgewicht ist nicht gleich verkaufsfähige Fasermenge. Vor der Verarbeitung werden Feinheit, Länge, Gleichmäßigkeit, Verschmutzung und die erwartbare Ausbeute beurteilt; Waschen, Kardieren und Spinnen bringen weitere Verluste, die einkalkuliert gehören.
Warum soll ich Hals- und Beinfaser getrennt halten?
Weil sie ein gleichmäßiges Deckenlos verändern. Ein Los lebt von seiner Gleichmäßigkeit – eingemischte Faser anderer Körperzonen senkt die Qualität der gesamten Partie. Partien werden deshalb nur gemischt, wenn sie kompatibel sind.
Was dokumentiere ich zu jedem Los?
Tier-ID, Schurdatum und Körperzone; Gewicht vor und nach der groben Sortierung; Farbe, Faserlänge, Gleichmäßigkeit und Verschmutzung; sowie Laborwerte, sofern sie für Produkt und Preis relevant sind.
Darf ich mein Produkt als „100 % Alpaka“ bewerben?
Nur wenn es der tatsächlichen Materialzusammensetzung entspricht. Beim Verkauf werden Materialanteile, Verarbeitungsort, Herkunft und Pflegehinweise wahrheitsgemäß angegeben, und die regionalen Textil- und Kennzeichnungspflichten sind für das konkrete Produkt zu prüfen. Medizinische oder unbelegte Wirkversprechen gehören nicht in die Produktbeschreibung.
Wie lagere ich Vlies richtig?
Trocken. Feuchte Lagerung kann eine ganze Partie zerstören – und der Schaden fällt oft erst auf, wenn das Los zur Spinnerei soll. Vor der Abgabe lohnt es außerdem, Mindestmenge und Annahmekriterien der Spinnerei zu klären und ein Muster vor der großen Serie zu prüfen.
Belege & Vertiefung
Quellen dieses Leitfadens
Auf Basis der folgenden Fachquellen erstellt und laufend gepflegt. Zuletzt geprüft und aktualisiert am 26. Juli 2026.
- Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT)Haltung und Vorführung von Kameliden ↗Tierschutzfachliche Grundlage für Betrieb, Recht und Organisation.
- Peer-reviewed review / PubMed CentralHusbandry practices and welfare of alpacas and llamas ↗Peer-reviewte Übersicht zu Haltung und Tierwohl von Alpakas und Lamas.
- Merck Veterinary ManualManagement of Llamas and Alpacas ↗Belegt tierärztliche Management-Grundlagen der Kameliden für Betrieb, Recht und Organisation.
- EUR-Lex / Europäische UnionVerordnung (EU) Nr. 1007/2011 über Textilfaserbezeichnungen ↗Verlinkt die unionsrechtliche Grundlage für Faserbezeichnungen und Kennzeichnung von Textilerzeugnissen.
Dieser Leitfaden dient der sachkundigen Haltung und Früherkennung. Er ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Therapie durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.