Ein Jahreskalender bündelt wiederkehrende Aufgaben, darf aber Befunde nicht ersetzen. Schur, Futterreserve, Weidewechsel, Heuanalyse, Parasitenmonitoring, Impfplan, Nagel-/Zahnkontrolle, Gebäudewartung und Geburtenfenster werden früh terminiert. Wetter, Aufwuchs, Labor und individuelle Tiere verschieben den konkreten Zeitpunkt.
Das Wichtigste
Schur wird vor der typischen Hitze geplant, nicht erst nach dem ersten Notfall.
Heu wird vor der Winterknappheit mit Reserve gesichert.
Kotdiagnostik richtet sich nach Risiko und Bestandsplan, nicht nur Quartal.
Jedes Geburtsfenster erhält einen eigenen Bereitschaftsplan.
Saisonale Schwerpunkte
| Zeitraum | Schwerpunkte |
|---|---|
| Spätwinter/Frühjahr | BCS, Vitamin-D-Risiko, Zaun, Weideplan, Schur vorbereiten |
| Frühling/Frühsommer | Anweiden, Schur, Hitzeplan, Parasitenbefunde, Giftpflanzen |
| Sommer | Wasser/Schatten, Weiderotation, Heuernte/-kauf, Geburten nach Bestand |
| Herbst | Winterfutteranalyse, Unterstand, Drainage, Beleuchtung, Frostschutz |
| Winter | Raufutteraufnahme, BCS, Nägel/Zähne, Futterlager, Jahresreview |
Nicht an Jahreszeiten gebunden
- Täglich: Tierkontrolle, Wasser, Futter, Zaun und Wetterrisiko
- Regelmäßig: BCS/Gewicht, Nägel, Haut, Zahn- und Ausrüstungskontrolle
- Nach Ereignis: Quarantäne, Transport, Geburt, Behandlung und Integration nachprüfen
- Mindestens jährlich: Notfallübung, Kontaktliste, Feuerlöscher und Betriebsplan aktualisieren
Kalender in ein System verwandeln
- 01
Feste Termine, variable Beobachtungsfenster und befundabhängige Aufgaben unterscheiden.
- 02
Für jede Aufgabe verantwortliche Person und Vertretung benennen.
- 03
Materialvorlauf und externen Dienstleister mit Erinnerung verknüpfen.
- 04
Ergebnis dokumentieren und nächsten Termin aus dem Befund ableiten.
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Häufige Fragen
Wann sollte die Schur stattfinden?
Vor der typischen Hitze, nicht erst nach dem ersten Hitzenotfall. Konkret vorbereitet wird sie schon im Spätwinter und Frühjahr, durchgeführt im Frühling bis Frühsommer. Der genaue Termin verschiebt sich mit Wetter, Tier und Nutzung.
Was steht im Frühjahr an?
Im Spätwinter und Frühjahr: BCS, Vitamin-D-Risiko, Zaunkontrolle, Weideplan und Schurvorbereitung. Im Frühling und Frühsommer folgen Anweiden, Schur, Hitzeplan, Parasitenbefunde und Giftpflanzenkontrolle.
Was gehört in die Herbst- und Winterplanung?
Im Herbst: Winterfutteranalyse, Unterstand, Drainage, Beleuchtung und Frostschutz. Im Winter: Raufutteraufnahme, BCS, Nägel und Zähne, Futterlager und der Jahresreview. Heu wird dabei vor der Winterknappheit mit Reserve gesichert, nicht wenn es knapp wird.
Kann ich die Entwurmung nach Kalender planen?
Nein. Die Kotdiagnostik richtet sich nach Risiko und Bestandsplan, nicht nach Quartal. Ein Jahreskalender bündelt wiederkehrende Aufgaben, darf aber Befunde nicht ersetzen – Wetter, Aufwuchs, Laborergebnisse und einzelne Tiere verschieben jeden konkreten Termin.
Was bleibt unabhängig von der Jahreszeit?
Täglich: Tierkontrolle, Wasser, Futter, Zaun und Wetterrisiko. Regelmäßig: BCS und Gewicht, Nägel, Haut, Zahn- und Ausrüstungskontrolle. Und jedes Geburtsfenster bekommt einen eigenen Bereitschaftsplan, unabhängig davon, in welchen Monat es fällt.
Belege & Vertiefung
Quellen dieses Leitfadens
Auf Basis der folgenden Fachquellen erstellt und laufend gepflegt. Zuletzt geprüft und aktualisiert am 26. Juli 2026.
- MuD-Tierschutzprojekt NeuweltkamelidenTiergesundheitsmanagementplan und Checkliste für Tierhalter:innen ↗Praxis-Checkliste des MuD-Projekts zu Betrieb, Recht und Organisation.
- Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT)Haltung und Vorführung von Kameliden ↗Tierschutzfachliche Grundlage für Betrieb, Recht und Organisation.
- Merck Veterinary ManualHerd Health of Llamas and Alpacas ↗Belegt herdengesundheitliche Aspekte für Betrieb, Recht und Organisation.
- British Alpaca SocietyRoutine care for alpacas ↗Bündelt wiederkehrende Kontrollen von BCS, Zähnen, Nägeln, Parasiten, Impfungen und Schur als Jahresroutine.
Dieser Leitfaden dient der sachkundigen Haltung und Früherkennung. Er ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder Therapie durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.