Lagezentrum · Methodik

Warum die Lage sagt, was sie sagt.

Jede Einstufung im Lagezentrum lässt sich auf Daten, Modell, Schwelle und Quelle zurückführen. Diese Seite beschreibt alle neun Module, ihre Grenzen und die Signale, die wir bewusst nicht veröffentlichen.

Letzte fachliche Änderung: 30. September 2026.

Grundsätze

Fünf Ebenen, getrennt gehalten

Jedes Modul trennt Daten (was gemessen, gemeldet oder vorhergesagt wurde), Ableitung (was nach welchem Modell berechnet wurde), Einordnung (was das fachlich heißt), Bedeutung (was ein Hof sinnvoll tun kann) und Grenzen (was sich daraus nicht ableiten lässt).

Das Lagezentrum stellt keine Diagnosen, nennt keine Dosierungen und trifft keine Behandlungsentscheidung. Es sagt, wann Umweltbedingungen Aufmerksamkeit rechtfertigen und wo eine Tierarztpraxis gefragt ist.

Alle Texte der Lage entstehen aus festen Regeln und Vorlagen, nie aus einem generativen Sprachmodell. Ein Satz steht nur da, wenn ein Wert ihn trägt.

Stufen und Aussagearten

Keine Stufe ist eine Entwarnung

  • Keine besondere Lage
  • Beobachten
  • Erhöht relevant
  • Hohe Aufmerksamkeit

Gemeinsam ist nur die Bedeutung der Stufe für den Hof; jedes Modul hat eigene Schwellen. Jede Stufe steht als Wort und als Balkenzeichen da, nie nur als Farbe.

  • Amtliche Meldung Amtliche Meldung: Wortlaut und Stufe stammen von der zuständigen Stelle. Alpaka-Kompass ergänzt nur, was das für einen Alpaka-Hof praktisch heißt.
  • Mess- und Beobachtungsdaten Mess- und Beobachtungsdaten: Beruht auf gemeldeten Beobachtungen Dritter in der Umgebung, nicht auf einer Beobachtung an deinem Standort.
  • Modellierte Einschätzung Modellierte Einschätzung: Von Alpaka-Kompass aus Wetterdaten berechnet. Eine Modellrechnung, keine Messung am Tier oder auf der Weide.
  • Saisonaler Hinweis Saisonaler Hinweis: Ergibt sich aus Jahreszeit und Pflegekalender, nicht aus einer aktuellen Messung.
  • Redaktionelle Einordnung Redaktionelle Einordnung: Von der Redaktion aus amtlichen Veröffentlichungen zusammengefasst, mit Prüfdatum. Keine amtliche Meldung und kein automatischer Datenabruf.

Priorisierung

Was unter „Jetzt relevant“ steht

Höchstens 3 Punkte, nur aus den Modulen der Hauptlage (nicht aus experimentellen) und nur ab „erhöht relevant“. Die Reihenfolge: amtliche Warnungen ab DWD-Stufe 2 zuerst, dann die höhere Stufe, bei gleicher Stufe akutes Wetter vor amtlicher Tiergesundheitslage vor modellierten Bedingungen vor Saison und Planung, zuletzt der frühere Beginn.

Beta-Module stehen immer in einem eigenen Bereich. Sie heben weder „Jetzt relevant“ noch die Kopfzeile an – sonst würde jeder feuchte Sommertag alarmierend wirken, nur weil mehrere Modelle gleichzeitig anschlagen. Gibt es nichts, steht in der Kurzlage ausdrücklich: Derzeit keine außergewöhnliche Lage.

Eine neu begonnene Phase ist eine Nachricht, drei Wochen später ist sie Saison: Der Eichelfall ist nur in den ersten drei Wochen „erhöht relevant“.

Standort

Jedes Modul auf seiner eigenen Ebene

Die PLZ wird über ein im Projekt hinterlegtes Ortsverzeichnis (GeoNames) einem geschätzten Mittelpunkt, einem Kreis und einem Bundesland zugeordnet – ohne Abfrage bei Dritten. Wetter gilt für das Modellgitter um diesen Mittelpunkt, Warnungen für die Gemeinde, Phänologie für einen Umkreis, Tierseuchen für das Bundesland. Jedes Modul nennt seine Ebene; keine Kreis- oder Landesmeldung bezieht sich auf eine einzelne Weide.

dwd-warnings 1.1

Amtliche Wetterwarnungen

Amtliche Meldung Warnt der Deutsche Wetterdienst gerade für die Gemeinde des Standorts – und was heißt das auf dem Hof?

Daten

  • DWD-GeoServer (WFS), Ebene „Warnungen_Gemeinden“, abgefragt über die Warnzelle der Gemeinde. Die Warnzelle wird per Punktabfrage am PLZ-Mittelpunkt bestimmt.
  • Übernommen werden Ereignis, Stufe (1–4), Beginn, Ende, Überschrift, Beschreibung und Handlungsempfehlung im Wortlaut. Testmeldungen, aufgehobene und abgelaufene Warnungen fallen heraus.

Modell und Schwellen

  • Keine eigene Berechnung. DWD-Stufe 1 → beobachten, 2 → erhöht relevant, 3 und 4 → hohe Aufmerksamkeit; Vorabinformationen → beobachten.
  • Je Warngruppe (Gewitter, Wind, Regen, Schnee, Frost, Glätte, Hitze …) ergänzt Alpaka-Kompass einen gekennzeichneten Hofhinweis.
  • Eine amtliche Frost-, Glätte- oder Hitzewarnung verändert die Stufe der eigenen Module nicht. Die Warnung steht hier und hat in der Priorisierung Vorrang; das Hitze- bzw. Kältemodul nennt sie zusätzlich und erklärt, warum beide Aussagen auseinanderfallen können.

Unsicherheit und Grenzen

  • Warnungen gelten für das Gemeindegebiet. Kleinräumige Gewitter können auch ohne Warnung auftreten.
  • Ist der Datenstand älter als eine Stunde, zeigt das Modul „älterer Stand“ statt einer aktuellen Aussage.

Reifegrad

Amtliche Daten des DWD, Gemeindeauflösung, Wortlaut unverändert; Alpaka-Kompass ergänzt nur gekennzeichnete Hofhinweise.

Räumlicher Bezug: Gemeinde (DWD-Warnzelle). Aktualisierung: alle 5 Minuten. Höchste mögliche Stufe: Hohe Aufmerksamkeit.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Erste Fassung: DWD-Warnungen der Gemeinde im Wortlaut, ergänzt um Hofhinweise je Warnart. Grund: Amtliche Warnungen sind der verlässlichste Kurzfristdatenpunkt und werden nicht neu interpretiert.
  • 1.1 (2026-09-30): Eine amtliche Hitze-, Frost- oder Glättewarnung hebt das Hitze- bzw. Kältemodul nicht mehr an. Beide stehen nebeneinander; das Modul nennt die Warnung und erklärt den Unterschied. Vorabinformationen erscheinen nicht mehr im RSS-Feed. Grund: Die DWD-Hitzewarnung bewertet die gefühlte Temperatur für Menschen und ist keine Validierung der Alpaka-Faustformel; Frost- und Glättewarnungen gelten für das Warngebiet bzw. Verkehrsflächen. Mathematisches Überschreiben hätte zwei verschiedene Messgrößen vermischt.

Fachquellen

heat-index 1.2

Hitze

Modellierte Einschätzung Wie hoch ist die Wärmebelastung heute und in den nächsten Tagen nach der in der Alpaka-Praxis verbreiteten Faustformel?

Daten

  • Stundenwerte von Temperatur und relativer Luftfeuchte der ICON-Modellkette des DWD über Open-Meteo, am PLZ-Mittelpunkt (auf 0,05° gerundet).

Modell und Schwellen

  • Index = Lufttemperatur in °F + relative Luftfeuchte in %. Unter 120 niedrig, ab 120 erhöhte Aufmerksamkeit, ab 150 hoch, ab 180 sehr hoch.
  • Bewertet wird die ungünstigste warme Stunde des Tages (mindestens 20 °C oder höchstens 5 °C unter dem Tagesmaximum). Ab 30 °C gilt mindestens „erhöhte Aufmerksamkeit“, auch bei trockener Luft (Modell 1.1).
  • Unter 20 °C wird aus dieser Faustformel keine Hitzestufe abgeleitet (Modell 1.2). Die Summe ist als grobe Orientierung für warme Bedingungen gedacht; die 20 °C sind eine Gültigkeitsgrenze der Formel, keine biologische Schwelle.
  • Maßgeblich ist der ungünstigste Tag von heute bis übermorgen. Dieselbe Berechnung nutzt die Hitzestress-Ampel.

Unsicherheit und Grenzen

  • Nicht alpaka-spezifisch validiert. Sonne, Wind, Vlies, Kondition, Alter und Trächtigkeit fehlen.
  • Bekannte Schwächen: Trockene Extremhitze ergibt eine niedrige Summe – ab 35 °C steht deshalb ein ausdrücklicher Hinweis, aber keine zusätzliche Stufe, weil es dafür keine belegte Alpaka-Schwelle gibt. Feuchte, warme Nachtstunden können die Tageseinstufung bestimmen; eine Beschränkung auf Tagesstunden wurde geprüft und verworfen, weil auch warme Nächte relevant sein können.
  • Eine amtliche Hitzewarnung des DWD bewertet die gefühlte Temperatur für Menschen. Sie steht getrennt unter „Amtliche Wetterwarnungen“ und wird nicht in die Faustformel eingerechnet.

Reifegrad

Bestehende, getestete Faustformel der Hitzestress-Ampel (Modell 1.2) auf ICON-Vorhersage; Grenzen der Formel stehen an jeder Aussage.

Räumlicher Bezug: Modellgitter um den PLZ-Mittelpunkt. Aktualisierung: alle 3 Stunden (Takt der ICON-Modellläufe). Höchste mögliche Stufe: Hohe Aufmerksamkeit.

Versionen

  • 1.0 (2026-07-28): Hitzestress-Ampel: Summe aus Temperatur (°F) und Luftfeuchte (%), vier Stufen. Grund: In der Alpaka-Praxis verbreitete Faustformel, transparent nachrechenbar.
  • 1.1 (2026-08-09): Ab 30 °C mindestens Stufe „Erhöhte Aufmerksamkeit“, auch bei trockener Luft. Grund: Werkzeug und Leitfaden liefen bei heißer, trockener Luft auseinander (Quellencheck).
  • 1.2 (2026-09-30): Unter 20 °C Lufttemperatur keine Hitzeeinstufung. Ab 20 °C unverändert. Grund: Kalte, feuchte Luft ergab Warnstufen ohne Hitze (2,5 °C bei 96 % = 133). Im Abgleich über 8 953 reale Tage stand die alte Fassung an 58 % aller Tage mindestens auf „erhöhte Aufmerksamkeit“. Gilt auch für /hitzestress und /hof. Eine 25-°C-Grenze für die hohen Stufen wurde erwogen und verworfen (keine Quelle, Widerspruch zum Wanderungs-Leitfaden).

Fachquellen

cold-water 1.0

Frost, Nässe & Tränken

Modellierte Einschätzung Kommt in den nächsten fünf Tagen Frost oder nasskaltes Wetter, das Wasserversorgung und Liegeplätze fordert?

Daten

  • Tageswerte (Minimum, Maximum, Mittel, Niederschlag, Böen) der ICON-Modellkette über Open-Meteo.
  • Frosteindringtiefe der nächsten DWD-Station (Modell AMBETI), wenn innerhalb von 40 km vorhanden.

Modell und Schwellen

  • Nachtfrost: Tiefstwert unter 0 °C → beobachten. Dauerfrost: Höchstwert ≤ 0 °C → erhöht relevant.
  • Strenger Frost: Tiefstwert ≤ -10 °C → erhöht relevant; sehr strenger Frost ≤ -15 °C → hohe Aufmerksamkeit.
  • Nasskalt: Tagesmittel ≤ 5 °C und mindestens 10 mm Niederschlag → beobachten.

Unsicherheit und Grenzen

  • Dauerfrost und Frost sind physikalisch eindeutig. Die Stufen für strengen Frost und nasskaltes Wetter sind redaktionelle Orientierungswerte für Wasser und Technik, keine Tiergesundheitsschwellen.
  • Senken und Hanglagen sind oft kälter als der Gitterpunkt.

Reifegrad

Frost und Dauerfrost sind physikalisch eindeutig (Wasser gefriert). Die Stufen für strengen Frost und nasskaltes Wetter sind redaktionelle Orientierungswerte für Wasser und Technik und als solche gekennzeichnet.

Räumlicher Bezug: Modellgitter um den PLZ-Mittelpunkt. Aktualisierung: alle 3 Stunden (Takt der ICON-Modellläufe). Höchste mögliche Stufe: Hohe Aufmerksamkeit.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Dauerfrost, strenger Frost, Nachtfrost und nasskalte Tage aus der Vorhersage; Frosteindringtiefe der nächsten DWD-Station. Grund: Im Winter sind Wasserversorgung und nasses Vlies die praktischen Probleme, nicht die Temperatur an sich.

Fachquellen

parasite-weather 1.0 · Beta – experimentell

Parasitenbedingungen auf der Weide

Modellierte Einschätzung Hat die Witterung der letzten drei Wochen zugelassen, dass sich aus Eiern von Magen-Darm-Strongyliden infektiöse Larven entwickeln konnten?

Daten

  • Tagesmittel der Temperatur, Niederschlag und Referenzverdunstung (FAO-56) der letzten 28 Tage und der Vorhersage, über Open-Meteo.

Modell und Schwellen

  • Für jeden der letzten 21 Tage wird eine Ablage frischen Kots angenommen.
  • Haemonchus contortus: Entwicklungsrate σ = -0,09746 + 0,01063 × Tagesmittel (Schwelle 9,17 °C). Teladorsagia-Gruppe: σ = -0,02085 + 0,00467 × T (Schwelle 4,46 °C). Eine Ablage gilt als entwickelt, wenn die Summe der Raten 1 erreicht.
  • Feuchteregel: Entwicklung nur, wenn Niederschlag ≥ Verdunstung in den ersten 4 (Haemonchus) bzw. 7 Tagen nach Ablage. Auswanderung aufs Gras an Tagen mit ≥ 2 mm Regen.
  • „Günstig“ ab 7 entwickelten Haemonchus-Ablagen und 3 Regentagen in 14 Tagen; „teilweise günstig“ ab einer. Diese Einteilung ist redaktionell.

Unsicherheit und Grenzen

  • Parameter aus Untersuchungen an Schafkot; für Neuweltkameliden nicht validiert.
  • Makroklima statt Mikroklima im Kot; keine Larvensterblichkeit, keine Überwinterung, keine Eizahlen. Das Modul beschreibt Bedingungen, nie einen Befall.
  • Beta: erscheint nie unter „Jetzt relevant“.

Reifegrad

Publizierte Parameter (GLOWORM-FL), aber für Schafkot hergeleitet, nicht an Neuweltkameliden validiert, Makro- statt Mikroklima, keine Befallsdaten. Nur Bedingungen, nie Befall.

Räumlicher Bezug: Modellgitter um den PLZ-Mittelpunkt. Aktualisierung: alle 3 Stunden (Takt der ICON-Modellläufe). Höchste mögliche Stufe: Erhöht relevant.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Entwicklungsbedingungen frei lebender Stadien nach Temperaturschwellen und Feuchteregel aus GLOWORM-FL, Rückblick 21 Tage. Grund: Vergangene Witterung bestimmt, ob auf der Weide heute infektiöse Larven entstanden sein können.

Fachquellen

vector-weather 1.1 · Beta – experimentell

Gnitzenwetter

Modellierte Einschätzung Lässt das Wetter Gnitzenflug und die Vermehrung des Blauzungenvirus im Vektor zu?

Daten

  • Stundenwerte von Temperatur und Wind am Abend (18–21 Uhr) und Tagesmittel, über Open-Meteo. Dazu die monatliche qualitative Risikoeinschätzung des FLI.

Modell und Schwellen

  • Übertragungsgünstiger Tag: Tagesmittel ≥ 12 °C (Vermehrungsschwelle von Orbiviren im Vektor, 11–13 °C) und Abendtemperatur ≥ 10 °C bei Wind unter 3 m/s.
  • „Günstig“ ab 3 solchen Tagen in den nächsten 5. Die Stufe bleibt höchstens bei „beobachten“.

Unsicherheit und Grenzen

  • Keine Fallendaten, kein Virusnachweis, kein Infektionsrisiko. Schwellen unterscheiden sich nach Art und Jahreszeit; in Ställen sind Gnitzen auch im Winter aktiv.
  • Beta: erscheint nie unter „Jetzt relevant“.

Reifegrad

Belegte Temperatur- und Windabhängigkeit, aber keine Fallendaten, artspezifische Schwellen und im Sommer ein Dauerzustand. Nie mehr als „beobachten“.

Räumlicher Bezug: Modellgitter um den PLZ-Mittelpunkt. Aktualisierung: alle 3 Stunden (Takt der ICON-Modellläufe). Höchste mögliche Stufe: Beobachten.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Abendliche Flugbedingungen (Temperatur, Wind) und Tagesmittel über der Vermehrungsschwelle des Virus im Vektor. Grund: Zeigt, ob das Wetter Gnitzenflug und Virusentwicklung im Vektor begünstigt – getrennt von der amtlichen Seuchenlage.
  • 1.1 (2026-09-30): Begriffe präzisiert: „meteorologisch günstig“ statt „übertragungsgünstig“; ausdrücklich kein Infektionsrisiko ohne Viruszirkulation; keine Impfaussage mehr, sondern Abstimmung von Impfstatus und Schutzmaßnahmen mit der Praxis. Schwellen unverändert. Grund: „Übertragungsgünstig“ ließ sich als reales Infektionsrisiko lesen. Das Modul misst nur Wetterbedingungen.

Fachquellen

disease-editorial 1.1 · Beta – experimentell

Tierseuchenlage

Redaktionelle Einordnung Welche für Neuweltkameliden relevanten Tierseuchen und neu aufgetretenen Erreger sind nachgewiesen – im Bundesland oder, wo es keine Landeserfassung gibt, in Deutschland?

Daten

  • Redaktionell gepflegte Zusammenfassung (content/lage/tierseuchen.json) der Veröffentlichungen des Friedrich-Loeffler-Instituts und von Landesbehörden, mit Prüfdatum und Quellenstand je Eintrag.
  • Kein automatischer Abruf: Das Tierseucheninformationssystem TSIS hat keine dokumentierte Schnittstelle mit geklärter Nachnutzung.

Modell und Schwellen

  • Meldepflichtige Seuchen (etwa Blauzungenkrankheit): Nachweis im eigenen Land → beobachten (Deckel). Nachweise nur anderswo → beobachten, wenn das FLI eine Ausbreitung erwartet.
  • Nicht meldepflichtige, nicht systematisch erfasste Erreger (etwa das Shamonda-Virus): beobachten für ganz Deutschland, ohne Aussage je Bundesland und ohne Karte – fehlende Nachweise heißen dort nicht, dass der Erreger fehlt.
  • Meldepflicht, Rechtsgrundlage und Handlungshinweis stehen je Erreger (Tierseuchenmeldeverordnung, seit 11. März 2026), nicht als pauschaler Satz.
  • Nach 14 Tagen ohne redaktionelle Prüfung meldet der Quellen-Wächter die Pflege an; älter als 21 Tage → „möglicherweise veraltet“, keine aktuelle Einstufung, auch nicht im Feed.

Unsicherheit und Grenzen

  • Auflösung höchstens Bundesland. Ob ein Betrieb im eigenen Kreis betroffen ist, wissen TSIS und Veterinäramt.
  • Beta: redaktionell, nicht amtlich übermittelt. Die Rechtslage ist redaktionell geprüft, keine Rechtsberatung.

Reifegrad

Keine lizenzierte Maschinenschnittstelle (TSIS), daher redaktionell gepflegt; Auflösung höchstens Bundesland, bei nicht systematisch erfassten Erregern nur Deutschland. Aktualität hängt an der Pflege. Höchstens „beobachten“, mit Prüfdatum, Erinnerung nach 14 und Verfall nach 21 Tagen.

Räumlicher Bezug: Bundesland. Aktualisierung: redaktionell, mindestens alle drei Wochen. Höchste mögliche Stufe: Beobachten.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Redaktionell gepflegte Zusammenfassung der FLI-Lage je Bundesland, mit Prüfdatum und Verfallsregel. Grund: TSIS bietet keine dokumentierte, lizenzierte Schnittstelle; automatisches Auslesen wäre rechtlich ungeklärt.
  • 1.1 (2026-09-30): Meldepflicht und Handlungshinweis je Erreger (Tierseuchenmeldeverordnung) statt eines pauschalen Anzeigepflicht-Satzes; Shamonda-Virus ergänzt; Erreger ohne systematische Erfassung ohne Aussage je Bundesland; BTV-3-Zahlen nach Radar Bulletin August 2026; MKS-Status mit FLI als Primärquelle. Grund: Das Shamonda-Virus wurde im August 2026 bei einem Alpaka in Hessen bestätigt, ist aber nicht meldepflichtig und wird nicht einheitlich erfasst. Ein globaler Meldepflicht-Satz wäre für diesen Eintrag falsch, eine Landeskarte würde Vollständigkeit vortäuschen.

Fachquellen

phenology 1.0

Vegetation & Giftpflanzen

Mess- und Beobachtungsdaten Hat in der Region eine Pflanzenphase begonnen, bei der sich ein Blick auf Giftpflanzen an der Weide lohnt?

Daten

  • Phänologische Sofortmeldungen des DWD (vorläufig) für Stiel-Eiche, Rosskastanie, Robinie, Schwarzen Holunder und Löwenzahn, Umkreis 50 km.

Modell und Schwellen

  • Jede Phase zählt nur in ihren relevanten Monaten; Blühphasen nur in den letzten 30 Tagen.
  • Eichelfall (mindestens zwei Meldungen): erhöht relevant in den ersten 21 Tagen nach der ersten Meldung, danach beobachten. Alle anderen Phasen: beobachten, nach 21 Tagen ohne Stufe.

Unsicherheit und Grenzen

  • Eine Meldung beschreibt einen Beobachtungsbaum in der Region, nicht deine Weide. Keine Meldung heißt nicht, dass nichts fällt oder blüht.

Reifegrad

Amtliche phänologische Beobachtungen des DWD (vorläufig), Umkreis 50 km; Aussage beschränkt sich auf „Phase hat in der Region begonnen“. Erhöht relevant nur für neu begonnenen Eichelfall.

Räumlicher Bezug: Umkreis 50 km (DWD-Sofortmelder). Aktualisierung: alle 6 Stunden. Höchste mögliche Stufe: Erhöht relevant.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Phänologische Sofortmeldungen des DWD zu Eiche, Rosskastanie, Robinie, Holunder und Löwenzahn im Umkreis von 50 km. Grund: Echte Beobachtungen aus der Region statt reiner Kalenderlogik.

Fachquellen

soil-moisture 1.1 · Beta – experimentell

Boden & Weide

Modellierte Einschätzung Wie gut ist Grünland in der Umgebung mit Wasser versorgt?

Daten

  • Bodenfeuchte unter Gras (0–60 cm, % nutzbare Feldkapazität) der nächsten DWD-Station bis 40 km, Modell AMBAV, Vortageswert; getrennt für lehmigen Schluff und Sand.

Modell und Schwellen

  • Unter 30 % nFK starker, unter 50 % leichter Trockenstress (DWD-Einteilung Grünland), sonst ausreichend.
  • Werte über 100 % nFK werden gezeigt, aber nicht eingestuft: Für Nässe und Trittschäden gibt es keine belegte Schwelle.

Unsicherheit und Grenzen

  • Standardböden an der Station; eigener Boden, Hanglage und Drainage können deutlich abweichen.
  • Beta: erscheint nie unter „Jetzt relevant“.

Reifegrad

DWD-Modellwerte (AMBAV) für Standardböden an der nächsten Station bis 40 km; Trockenstress-Stufen nach DWD-Grünlandeinteilung. Die Nässe-Einstufung ist noch nicht veröffentlichungsreif und wird nicht gezeigt.

Räumlicher Bezug: nächste DWD-Station (bis 40 km). Aktualisierung: täglich (Vortageswert). Höchste mögliche Stufe: Erhöht relevant.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Bodenfeuchte unter Gras (AMBAV) der nächsten DWD-Station, Stufen nach DWD-Einteilung für Grünland. Grund: Trockenheit und Nässe verändern Aufwuchs, Futterplanung und Trittbelastung.
  • 1.1 (2026-09-30): Hinweise bei Trockenstress auf direkte Folgen beschränkt (Aufwuchs, Resthöhe, Entlastung, Zufütterung, Heuvorrat, Wasser). Die Kette Trockenheit → bodennahes Fressen → Wurmlarven und Giftpflanzen steht nicht mehr als Folge der Bodenmessung da; vertiefend über die Leitfäden. Grund: Die Bodenfeuchte trägt keine Aussage über Parasitenlast oder Giftpflanzen auf der eigenen Weide.

Fachquellen

season-care 1.0

Saison & Pflege

Saisonaler Hinweis Macht das Wetter eine Aufgabe aus dem Pflegekalender gerade dringlicher?

Daten

  • Pflegekalender von Alpaka-Kompass (Monatsaufgaben) und 7-Tage-Vorhersage über Open-Meteo.

Modell und Schwellen

  • Schur-Hinweis: 4, 5, 6. Monat, mindestens 3 Tage ≥ 25 °C in der Vorhersage.
  • Frost-Hinweis: September bis November, erster Nachtfrost nach 28 frostfreien Tagen.
  • Giftpflanzen-Kalender (Herbstzeitlose, Jakobskreuzkraut, Bergahorn) nach typischen Zeiträumen – als Kalender gekennzeichnet, nicht als Beobachtung.

Unsicherheit und Grenzen

  • Ob Schur oder Tränkentest schon erledigt sind, weiß das Lagezentrum nicht.

Reifegrad

Pflegekalender von Alpaka-Kompass plus eindeutige Wetterauslöser (warme Phase, erster Frost); höchstens „beobachten“.

Räumlicher Bezug: Deutschland (Kalender) plus Vorhersage am Standort. Aktualisierung: alle 3 Stunden (Takt der ICON-Modellläufe). Höchste mögliche Stufe: Beobachten.

Versionen

  • 1.0 (2026-09-30): Monatsaufgaben des Pflegekalenders, verknüpft mit angekündigter Wärme (Schur) und erstem Frost (Tränken). Grund: Pflegeaufgaben werden dann relevant, wenn das Wetter sie dringlich macht.

Datenquellen

Datenquellen und Lizenzen

QuelleGenutzt fürLizenzCache
Deutscher Wetterdienst – Warnungen (GeoServer/WFS)amtliche Warnungen im Wortlaut, Warnzelle der GemeindeCC BY 4.0, „Quelle: Deutscher Wetterdienst“; Gebietszuordnung © GeoBasis-DE / BKG5 Minuten
Deutscher Wetterdienst – Phänologie (Climate Data Center)Sofortmeldungen wildwachsender PflanzenCC BY 4.0, „Datenbasis: Deutscher Wetterdienst“, eigene Auswertung6 Stunden
Deutscher Wetterdienst – Bodenfeuchte (AMBAV/AMBETI)Bodenfeuchte, Bodentemperatur, FrosteindringtiefeCC BY 4.0, „Datenbasis: Deutscher Wetterdienst“, eigene Auswertung6 Stunden (Vortageswert)
Open-Meteo.com (ICON-Modellkette des DWD)Stunden- und Tageswerte, 28 Tage zurück, 7 vorausCC BY 4.0; freie API nur nicht kommerziell, höchstens 10 000 API-Calls am Tag (ein Abruf zählt 3,0 Calls)3 Stunden; höchstens 2 666 Abrufe am Tag, 1 333 je Stunde, 160 je Minute
GeoNames Postal CodesPLZ, Ort, Kreis, MittelpunktCC BY 4.0im Projekt hinterlegt
Friedrich-Loeffler-Institut, LandesbehördenTierseuchenlage (redaktionell zusammengefasst)keine Datenübernahme, Quellenangabe je Eintragredaktionell, Erinnerung nach 14, Verfall nach 21 Tagen
Alpaka-Kompass (eigene Auswertung)Einstufungen, Hofhinweise, Zusammenfassungenkeine offene Lizenz; die Quelldaten behalten ihre Lizenzen–

Einstufungen, Hofhinweise und Zusammenfassungen sind eigene Auswertungen von Alpaka-Kompass und keine Aussagen der Datengeber. Sie stehen nicht unter einer offenen Lizenz; die Quelldaten behalten ihre jeweiligen Lizenzen. Keine tierärztliche Diagnose, keine Behandlungsempfehlung.

Die JSON-Schnittstelle unter /api/lage dient nur den eigenen Seiten (etwa „Heute auf meinem Hof“) und ist keine öffentliche Programmierschnittstelle. Zum Einbinden auf anderen Websites gibt es das Lage-Widget.

Fehlerfälle

Wenn Daten fehlen, alt oder widersprüchlich sind

Fällt eine Quelle aus, zeigt das Modul „Daten derzeit nicht verfügbar“ – ohne Stufe und ohne Entwarnung. Ist der letzte erfolgreiche Abruf älter als das Höchstalter des Moduls (Warnungen: eine Stunde), steht er als „älterer Stand“ mit Datum da und zählt nicht mehr zur aktuellen Lage. Unplausible Werte werden verworfen, nicht korrigiert; bei Lücken in der Datenreihe schweigt das Modul. Fällt die eigene Einschätzung niedriger aus als eine amtliche Warnung zum selben Thema, wird das sichtbar benannt – aber nicht verrechnet: Die amtliche Warnung steht vorn, das Modell behält seine eigene Stufe, weil beide Systeme unterschiedliche Dinge messen.

Bewusst nicht veröffentlicht

Was wir geprüft und weggelassen haben

  • Nässe und Trittbelastung aus Bodenfeuchte über 100 % nFK: Werte über der Feldkapazität sind im Modell AMBAV möglich, aber es gibt keine belegte Schwelle, ab der daraus Trittschäden oder Matsch auf Alpakaweiden folgen. Drainage, Bodenart und Nutzung dominieren.
  • Tierseuchenlage auf Kreisebene aus TSIS: Das Tierseucheninformationssystem des FLI hat keine dokumentierte Schnittstelle und keine geklärte Nachnutzung. Automatisches Auslesen unterbleibt.
  • Bodenfeuchte als Landesdurchschnitt: Ein Mittel über Stationen eines Bundeslandes täuscht eine Aussage vor, die für keinen Standort gilt.
  • Benachrichtigungen (Web Push): Braucht einen Speicher für Push-Endpunkte samt Einwilligung, Löschkonzept und zeitgesteuerter Auswertung. Vorbereitet (changes.ts), nicht aktiviert.

Datenschutz

Was mit der PLZ passiert

Die PLZ steht in der Adresse der Lageseite und wird auf unserem Server einem Ort zugeordnet. Für Wetterwerte erhält Open-Meteo auf 0,05 Grad gerundete Koordinaten des PLZ-Mittelpunkts (ein Raster von etwa 5,5 × 3,5 Kilometern), für die Zuordnung der Gemeinde der DWD auf 0,002 Grad gerundete (etwa 220 × 140 Meter). Phänologie und Bodenwerte lädt der Server ohne Standortangabe. Dein Browser verbindet sich dafür mit niemandem außer Alpaka-Kompass. „Standort merken“ und der Vergleich mit dem letzten Besuch speichern nur im Browser. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.

Quelle der amtlichen Warnungen: Deutscher Wetterdienst (Wortlaut unverändert) · Phänologie und Bodenfeuchte: Datenbasis Deutscher Wetterdienst, eigene Auswertung · Gebietszuordnung: © GeoBasis-DE / BKG · Wetterdaten von Open-Meteo.com (Modelldaten des DWD) · Ortsdaten: GeoNames · DWD-, Open-Meteo- und GeoNames-Daten unter CC BY 4.0 · Tierseuchenlage: redaktionelle Zusammenfassung von Veröffentlichungen des Friedrich-Loeffler-Instituts. Einstufungen, Hofhinweise und Zusammenfassungen sind eigene Auswertungen von Alpaka-Kompass und keine Aussagen der Datengeber. Sie stehen nicht unter einer offenen Lizenz; die Quelldaten behalten ihre jeweiligen Lizenzen. Keine tierärztliche Diagnose, keine Behandlungsempfehlung. Methodik, Quellen und Lizenzen