Handbuch · Einstieg und erstes Jahr

Das erste Jahr mit Alpakas

Erst prüfen. Dann planen. Dann ankommen lassen.

Ein Weg von der ersten Überlegung bis zum Ende des ersten Jahres: ehrliche Eignungsprüfung, Anmeldung und Papiere, Fläche, Tierarztpraxis, Tierauswahl, Transport, Quarantäne und die Monate danach – mit Phasenkarten zum Abhaken, einer Ansicht für deinen Ankunftsmonat und einem Problemlöser.

Kapitel
15
Phasenkarten
16
Problembilder
10
Rechtsstand
30. September 2026

Von Fabian · Stand 30. September 2026 · redaktioneller Quellenabgleich, keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsberatung · Geltungsbereich Deutschland

So nutzt du das Handbuch

Dieses Handbuch ist für Menschen, die über Alpakas nachdenken, kurz vor dem Kauf stehen oder gerade gestartet sind. Es muss nicht am Stück gelesen werden. Drei Einstiege:

Der Weg auf einen Blick

  1. E
    EntscheidenMonate vor dem KaufE1E2
  2. V
    VorbereitenWochen bis Monate vor der AnkunftV1V2V3V4
  3. A
    AnkommenAnkunftstag bis etwa Woche 8A1A2A3A4
  4. J
    Das JahrMonat 2 bis 12J1J2J3J4J5J6

Jede Phasenkarte hat Aufgaben zum Abhaken. Die Haken werden nur auf diesem Gerät gespeichert.

Acht Grundsätze für Einsteiger

Alles Weitere in diesem Handbuch ist eine Anwendung dieser acht Sätze. Wer an einer Stelle unsicher ist, findet hier den Maßstab.

  1. 1

    Erst die Tierarztpraxis, dann die Tiere

    Eine betreuende Praxis in erreichbarer Nähe gehört organisiert, bevor das erste Tier kommt – samt Plan für den Notdienst. [17]

  2. 2

    Drei, nicht zwei

    Alpakas brauchen Artgenossen derselben Art. Mit drei Tieren bleibt eine Gruppe, wenn eines ausfällt; mit zwei entsteht sofort Einzelhaltung. [17]

  3. 3

    Papiere vor Tieren

    Haltung anzeigen, Bestandsregister anlegen, Kennzeichnung prüfen – vor der Ankunft, nicht danach. [1][3]

  4. 4

    Kaufen, was zum Hof passt

    Keine Hengste zum Einstieg, keine Flaschenkinder, keine Einzeltiere. Was niedlich ist, ist nicht automatisch einsteigertauglich. [17][23]

  5. 5

    Mehrere Tiere aus einem Bestand

    Zwei bis drei Tiere, die sich kennen, gemeinsam kaufen und gemeinsam eingliedern. [18]

  6. 6

    Quarantäne ist eingeplant

    Ein eigener Bereich für Neuzugänge und kranke Tiere steht, bevor jemand ihn braucht. [17][18]

  7. 7

    Beobachten vor Behandeln

    Alpakas zeigen Schmerzen spät. Wer jedes Tier täglich ansieht und wöchentlich abtastet, merkt Veränderungen, bevor sie dramatisch werden. [18]

  8. 8

    Das erste Jahr ist Lernzeit

    Wanderungen, Besuche und andere Nutzung mit Kundenkontakt warten, bis Mensch und Tier einander kennen. [17]

Passen Alpakas zu mir? Die ehrliche Eignungsprüfung

Neun Fragen, jede mit einem klaren Kriterium. Ein „Eher nicht“ ist kein Scheitern, sondern ein Ergebnis – und zugleich die Liste dessen, was vor dem Kauf noch zu klären ist.

ZeitKannst du jeden Tag jedes Tier aus der Nähe ansehen, Kotplätze, Futter, Tränke und Zaun prüfen – und einmal pro Woche jedes Tier abtasten?

Passt, wennEs gibt eine feste Zeit am Morgen oder Abend, die auch bei Regen, Arbeit und Familie stattfindet.

Eher nicht, wennDie Versorgung hängt an einer einzigen Person ohne Vertretung.

Grundlage: [18] · Pflegekalender

LebensdauerPasst eine Verantwortung über 15 Jahre und mehr in deine Lebensplanung – Umzug, Beruf, Alter eingeschlossen?

Passt, wennDu hast einen Plan, wer die Tiere übernimmt, wenn sich etwas ändert.

Eher nicht, wennDer Ort, an dem die Tiere stehen sollen, ist nur für wenige Jahre sicher.

Grundlage: [20]

HerdePlanst du mit mindestens drei Tieren derselben Art?

Passt, wennDrei oder mehr Alpakas, keine Hengste zum Einstieg.

Eher nicht, wennEin oder zwei Tiere, oder ein Alpaka „zu den Schafen“.

Grundlage: [17] · Herde und Sozialstruktur

FlächeHast du Bewegungsfläche und – getrennt davon gedacht – eine Futtergrundlage oder eine sichere Heuquelle?

Passt, wennDie Bewegungsfläche reicht, und du weißt, woher das Heu für das ganze Jahr kommt.

Eher nicht, wennDie Wiese soll gleichzeitig Auslauf und alleiniges Futter sein, ohne dass jemand gerechnet hat.

Grundlage: [17] · Weiderechner

WitterungsschutzGibt es einen Schutz vor Sonne, Regen und Wind, unter dem alle Tiere gleichzeitig Platz finden – ganzjährig?

Passt, wennEin Unterstand oder ausreichend großer natürlicher Schutz ist vorhanden oder baurechtlich geklärt.

Eher nicht, wennDer Unterstand ist geplant, aber niemand hat die Bauaufsicht gefragt.

Grundlage: [15][17] · Unterstand und Stall

TierarztpraxisGibt es in erreichbarer Nähe eine Praxis, die Alpakas behandelt und im Notfall erreichbar ist?

Passt, wennEine Praxis hat zugesagt, und du weißt, wohin im Notdienst.

Eher nicht, wenn„Irgendeine Praxis wird schon kommen.“

Grundlage: [17] · Tierarzt finden

WissenHast du vor dem Kauf Zeit auf einem erfahrenen Betrieb verbracht und einen Sachkundekurs besucht?

Passt, wennHospitation oder Praktikum auf einem Betrieb, dazu ein Kurs.

Eher nicht, wennDas Wissen stammt aus Videos und einem Hofbesuch.

Grundlage: [8][17] · Lernpfade

Urlaub und AusfallWer versorgt die Tiere, wenn du krank bist oder verreist?

Passt, wennEine eingewiesene Person kennt Tiere, Routine, Praxis und Notfallordner.

Eher nicht, wennDie Frage ist noch offen.

Grundlage: Praxiswissen · Urlaubsvertretung organisieren

Nachbarschaft und UmfeldWissen die Nachbarn Bescheid, und ist geklärt, wo Mist und Heu lagern?

Passt, wennEin Gespräch hat stattgefunden, das Mistlager hat einen Platz.

Eher nicht, wennDie Tiere sollen „einfach mal“ kommen.

Grundlage: Praxiswissen · Mistlager und Weidepflege

6 bis 12 Monate vor dem Kauf
E1

Ehrliche Eignungsprüfung

Ziel
Eine begründete Entscheidung – dafür oder dagegen –, die nicht vom ersten Hofbesuch abhängt.
Vorher
Nichts.

Aufgaben

Fertig, wennJede der neun Fragen hat eine Antwort, und keine lautet „wird sich schon finden“.

Noch warten, wennZeit, Tierarztpraxis oder Vertretung sind ungeklärt.

Typischer FehlerDie Entscheidung am Zaun eines Hofs zu treffen. Dort sieht man Tiere, nicht den Winter, die Nagelpflege oder die Urlaubsplanung.

GrundlageVerbands-/Fachempfehlung[17][18]

Recht, Papiere, Versicherung

Was in Deutschland für eine Alpakahaltung gilt, soweit es sich aus amtlichen Texten belegen lässt – jeweils mit Quelle und Abrufdatum. Was vom Land, vom Kreis oder vom Einzelfall abhängt, steht als Frage an die zuständige Stelle da, nicht als Antwort.

Dein Bundesland

Anzeige, Tierseuchenkasse und Zuständigkeiten laufen über Landes- und Kreisbehörden. Der Bundesland-Assistent führt zu den offiziellen Einstiegsstellen:

3 bis 6 Monate vor dem Kauf
E2

Papiere und Behörden klären

Ziel
Du weißt, wo du die Haltung anzeigst, wie die Tiere gekennzeichnet sein müssen und was Bauaufsicht, Tierseuchenkasse und Versicherung sagen.
Vorher
E1 ist entschieden.

Aufgaben

Fertig, wennJede Stelle hat geantwortet, die Antworten liegen mit Datum und Ansprechperson in einem Ordner.

Noch warten, wennDie Bauaufsicht hat noch nicht geantwortet oder die Versicherung schließt Alpakas aus.

Typischer FehlerSich auf Forenauskünfte zu verlassen. Zuständigkeiten und Fristen unterscheiden sich nach Land und Kreis.

GrundlageRechtsnorm / amtliche Stelle[1][3][7][10][11]

Fläche und Ausstattung

Fläche wird zweimal gerechnet: einmal für Bewegung, einmal für Futter. Dazu kommen ein Witterungsschutz für alle, ein Zaun ohne Verletzungsgefahr, ein Fangbereich und ein Ort für Quarantäne.

Bewegungsfläche ist nicht Futterfläche

Die Leitlinien des MuD-Tierschutzprojekts nennen als reine Bewegungsfläche nach mehreren Quellen mindestens 1.000 m² für die ersten beiden Tiere und 100 m² für jedes weitere; für Alpakas schlagen sie etwas weniger vor. Soll die Weide auch füttern, kommt Futterfläche dazu, und Kot- und Wälzplätze nehmen zusätzlich Platz weg [17]. Die Leitlinien sind ein Vorschlag aus einem öffentlich geförderten Projekt, keine Rechtsnorm.

Witterungsschutz für alle gleichzeitig

Ganzjährig braucht es Schutz vor Sonne, Regen und Wind, unter dem alle Tiere zugleich Platz finden – als Unterstand oder als ausreichend großer natürlicher Schutz [17] [15]. Ob gebaut werden darf, steht in Kapitel 03.

Zaun, Fangbereich und Quarantäne

Der Zaun muss gut sichtbar und ausbruchssicher sein; Stacheldraht gehört nicht dazu[17]. Für jede Tierhaltung empfehlen die Leitlinien einen räumlich getrennten Bereich für kranke und zugekaufte Tiere [17]. Den Fangbereich – klein, aus Paneelen, dort, wo die Tiere ohnehin gern stehen – beschreibt das Trainingshandbuch in Kapitel 04 [25].

2 bis 4 Monate vor der Ankunft
V1

Fläche, Unterstand und Zaun

Ziel
Weide, Witterungsschutz und Zaun sind fertig, bevor Tiere kommen – nicht gleichzeitig.
Vorher
E2: Bauaufsicht hat geantwortet.

Aufgaben

Fertig, wennDie Fläche ist abgegangen, der Zaun geprüft, der Unterstand steht.

Noch warten, wennDer Zaun hat Lücken, oder der Unterstand fasst nicht alle Tiere.

Typischer FehlerDie Weide als Futter- und Bewegungsfläche zugleich zu rechnen. Ein Auslauf kann genug Platz bieten und trotzdem kaum Futter liefern.

GrundlageVerbands-/Fachempfehlung[17]

1 bis 2 Monate vor der Ankunft
V2

Fangbereich, Quarantäne und Ausstattung

Ziel
Ein kleiner Fangbereich und ein getrennter Bereich für Neuzugänge sind fertig, die Grundausstattung liegt bereit.
Vorher
V1 sitzt.

Aufgaben

Fertig, wennFangbereich und Quarantänebereich stehen, die Checkliste ist abgehakt.

Noch warten, wennEs gibt keinen Ort, an dem ein neues oder krankes Tier getrennt stehen kann.

Typischer FehlerDen Fangbereich zu groß zu bauen. Über etwa 3,7 × 3,7 m wird der Hals zum Festhaltemittel statt der Raum.

GrundlageVerbands-/FachempfehlungPraxismethode (CAMELIDynamics)[17][25]

Tierarzt und Netzwerk vor dem Kauf

Die wichtigste Adresse im ersten Jahr ist eine Tierarztpraxis, die Alpakas kennt – und sie gehört gefunden, bevor ein Tier sie braucht.

Das MuD-Projekt empfiehlt, eine betreuende Praxis in erreichbarer Nähe idealerweise vor der Anschaffung zu organisieren und zu klären, wohin es im Notdienst geht. Halter sollen ihre Tiere im Notfall auch selbst transportieren können [17]. Neben der Praxis lohnt ein Netzwerk aus Menschen, die schon länger Alpakas halten: für die Schur, für die Urlaubsvertretung, für die Frage um zehn Uhr abends.

2 bis 3 Monate vor der Ankunft
V3

Tierarztpraxis und Netzwerk

Ziel
Eine Praxis kennt deinen Hof, bevor sie ihn im Notfall finden muss, und du kennst Menschen, die schon länger Alpakas halten.
Vorher
Standort steht fest.

Aufgaben

Fertig, wennDie Praxis hat zugesagt, die Nummern stehen im Notfallordner und am Stall.

Noch warten, wennKeine Praxis im Umkreis behandelt Alpakas.

Typischer FehlerDie Praxis erst anzurufen, wenn ein Tier liegt. Dann fehlt die Zeit für die Suche.

GrundlageVerbands-/Fachempfehlung[17][18]

Tiere finden und auswählen

Gesucht werden nicht die schönsten Tiere, sondern eine Gruppe, die zu deinem Hof passt: drei oder mehr, keine Hengste, keine Flaschenkinder, gekennzeichnet, untersucht und am besten aus einem Bestand.

Entscheidungskriterien

  • Mindestens drei Tiere derselben Art; Hengste nicht für unerfahrene Halter [17].
  • Zwei bis drei Tiere, die sich kennen, gemeinsam aus einem bekannten Bestand [18].
  • Keine handaufgezogenen Jungtiere: Sie prägen sich leicht auf Menschen[23] [24].
  • Tiere vor Ort im Herkunftsbestand ansehen und untersuchen lassen [18].
  • Kennzeichnung vorhanden [3].

Fragen an den Züchter

  • Wie wurden die Tiere aufgezogen – bei der Mutter, in einer Jungtiergruppe?
  • Welche Kotproben, Impfungen und Behandlungen sind dokumentiert?
  • Welches Heu, welches Mineralfutter bekommen sie?
  • Wie lassen sie sich fangen, halftern, führen und die Nägel schneiden?
  • Gibt es Rückgabe- oder Beratungszusagen nach dem Kauf?

Die Fragen sind Praxiswissen, keine belegte Liste.

1 bis 3 Monate vor der Ankunft
V4

Tiere finden und prüfen

Ziel
Zwei bis drei Tiere, die zusammenpassen, gesund sind und deinem Hof entsprechen.
Vorher
V3: Praxis hat zugesagt.

Aufgaben

Fertig, wennDie Ankaufsuntersuchung ist ohne offene Frage, die Tiere sind gekennzeichnet, der Vertrag unterschrieben.

Noch warten, wennEinzeltier, Hengst, Flaschenaufzucht, fehlende Kennzeichnung – oder Druck, sofort zu entscheiden.

Typischer FehlerEin besonders zutrauliches Jungtier zu wählen. Zutraulichkeit kann ein Zeichen von Fehlprägung sein.

GrundlageRechtsnorm / amtliche StelleAlpaka-Studie / ÜbersichtsarbeitVerbands-/Fachempfehlung[3][17][18][23][24]

Transport und Ankunft

Der Ankunftstag ist kein Fest, sondern ein ruhiger Umzug: in Gesellschaft transportiert, direkt in die Quarantäne, mit Wasser, gewohntem Heu und Zeit.

Die MuD-Leitlinien empfehlen, Neuweltkameliden nicht einzeln zu transportieren, ihnen Platz zum Liegen zu lassen, möglichst nicht anzubinden und Transporte bei sehr warmen Außentemperaturen zu vermeiden [17]. Eine Übersichtsarbeit beschreibt Jungtiere beim Transport als besonders anfällig für Angst und geringeren Appetit [24]. Was rechtlich für den Transport gilt, steht in Kapitel 03.

Tag 0
A1

Transport und Ankunftstag

Ziel
Die Tiere kommen ruhig an und stehen am Abend im Quarantänebereich mit Wasser, Heu und Gesellschaft.
Vorher
V2 und V4 sitzen.

Aufgaben

Fertig, wennDie Tiere fressen, trinken und legen sich am ersten Abend ab.

Noch warten, wennEin Tier liegt apathisch, frisst nichts und kaut nicht wieder – dann Praxis anrufen.

Typischer FehlerDie Tiere zur Begrüßung zu streicheln und herumzuführen. Am ersten Tag brauchen sie Ruhe, nicht Programm.

GrundlageAlpaka-Studie / ÜbersichtsarbeitVerbands-/Fachempfehlung[17][24]

Quarantäne und die ersten Wochen

Die ersten Wochen haben drei Aufgaben: nichts einschleppen, festhalten, wie die Tiere gesund aussehen, und sie ohne Druck in die Herde bringen.

Das MuD-Projekt empfiehlt für Zukäufe eine Quarantäne von mindestens sechs bis acht Wochen in einem eigenen Bereich ohne physischen Kontakt zur Herde, mit eigener Hygiene; in dieser Zeit können Untersuchungen und – mit der Praxis – Behandlungen erfolgen [18]. Die Leitlinien halten eine vorübergehende Einzelhaltung mit Sichtkontakt zu den anderen Tieren für möglich [17].

Woche 1 bis mindestens Woche 6–8
A2

Quarantäne

Ziel
Neue Tiere bringen nichts in den Bestand, was dort nicht hingehört – und kommen in Ruhe an.
Vorher
A1.

Aufgaben

Fertig, wennDie Praxis hat die Befunde besprochen und die Quarantäne beendet.

Noch warten, wennEin Befund ist offen oder ein Tier zeigt Durchfall, Husten, Hautveränderungen.

Typischer FehlerDie Quarantäne abzukürzen, weil die Tiere „gesund aussehen“. Gesund aussehen heißt nicht erregerfrei – dafür gibt es die Diagnostik.

GrundlageVerbands-/Fachempfehlung[17][18]

Woche 1 bis 4
A3

Basislinie und Tierakte

Ziel
Für jedes Tier ist festgehalten, wie es im gesunden Zustand aussieht, wiegt und sich verhält.
Vorher
A1.

Aufgaben

Fertig, wennJede Akte hat einen ersten Eintrag mit Datum, das Bestandsregister ist aktuell.

Noch warten, wennDu kannst noch nicht sagen, wie sich ein Tier normal verhält.

Typischer FehlerErst dann zu messen, wenn etwas auffällt. Ohne Ausgangswert gibt es keinen Vergleich.

GrundlageRechtsnorm / amtliche StelleVerbands-/Fachempfehlung[1][18]

Nach Ende der Quarantäne
A4

Eingliederung in die Herde

Ziel
Die Neuen gehören dazu, ohne dass ein Tier dauerhaft bedrängt wird.
Vorher
A2 ist beendet.

Aufgaben

Fertig, wennAlle Tiere fressen, liegen und kauen wieder, keines steht dauerhaft abseits.

Noch warten, wennEin Tier wird an Futter oder Unterstand dauerhaft verdrängt.

Typischer FehlerEin einzelnes neues Tier zur bestehenden Herde zu stellen. Die Rangklärung trifft es allein.

GrundlageVerbands-/Fachempfehlung[17][18]

Zeitplan Monat 2 bis 12

Nach der Quarantäne beginnt der Alltag. Was dazugehört, hängt vom Monat ab, in dem die Tiere ankamen – Schur, Hitze, Gnitzen und Winter kommen nach Kalender, nicht nach Plan.

Dein Startmonat

Nur auf diesem Gerät gespeichert.

Wähle den geplanten oder tatsächlichen Ankunftsmonat. Dann zeigt die Ansicht, welche Karten in welchem Monat dran sind und was die Jahreszeit dazu beiträgt.

Saisonale Hinweise mit Quellennummer sind belegt; „Zeitraum: Erfahrungswert“ heißt, dass die Monatszuordnung nicht aus einer Quelle stammt.

Ab Monat 2, dauerhaft
J1

Routine, die hält

Ziel
Tägliche und wöchentliche Kontrollen laufen, auch an schlechten Tagen und in der Vertretung.
Vorher
A3.

Aufgaben

Fertig, wennDie Einträge in der Tierakte haben keine Lücke von mehr als einer Woche.

Noch warten, wennKontrollen fallen regelmäßig aus.

Typischer FehlerNur nach dem Fell zu urteilen. Das Vlies verdeckt Abmagerung; nur Abtasten zeigt sie.

GrundlageVerbands-/Fachempfehlung[17][18]

Ab Monat 2, in kurzen Einheiten
J2

Handling-Grundlagen

Ziel
Die Herde geht ruhig in den Fangbereich, jedes Tier lässt sich dort am Hals berühren und mit gut sitzendem Halfter halftern.
Vorher
A2 beendet, Fangbereich vorhanden.

Aufgaben

Fertig, wennStufe A und B sitzen bei allen Tieren.

Noch warten, wennTiere rennen im Fangbereich im Kreis oder springen an den Paneelen hoch.

Typischer FehlerHandling erst zu üben, wenn Schur oder Tierarzt anstehen.

GrundlagePraxismethode (CAMELIDynamics)[25][28]

Monat 2 bis 3, dann laufend
J3

Parasiten- und Impfplan mit der Praxis

Ziel
Du kennst den Parasitenstatus deines Bestands und hast einen Impfplan, den die Praxis mit dir festgelegt hat.
Vorher
A2 beendet.

Aufgaben

Fertig, wennBefunde und Impfungen stehen mit Datum in der Tierakte, der nächste Termin im Kalender.

Noch warten, wennKotproben wurden vom Kotplatz gesammelt oder Befunde nicht besprochen.

Typischer FehlerMehrmals im Jahr ohne Befund zu entwurmen. Das fördert Resistenzen.

GrundlageRechtsnorm / amtliche StelleVerbands-/Fachempfehlung[16][18]

Frühjahr bis Spätsommer
J4

Schur und Sommer

Ziel
Die Tiere sind vor der ersten Hitze geschoren und haben Schatten und Wasser.
Vorher
J2 hilft; Scherer:in gebucht.

Aufgaben

Fertig, wennAlle Tiere sind geschoren, bevor Tage ab 30 °C kommen.

Noch warten, wennKein Termin frei – dann früher im Jahr buchen.

Typischer FehlerNur einen Rumpfschnitt zu machen. Für Hitzetage ab 30 °C ist eine Ganzkörperschur nötig.

GrundlageRechtsnorm / amtliche StelleVerbands-/Fachempfehlung[15][17][18]

Spätsommer bis Herbst
J5

Herbst und Winter vorbereiten

Ziel
Der Winter kommt mit Heuvorrat, trockenen Liegeflächen und einer frostsicheren Tränke.
Vorher
Nichts.

Aufgaben

Fertig, wennHeu liegt trocken, Tränke und Liegeflächen sind winterfest.

Noch warten, wennDer Heuvorrat reicht rechnerisch nicht bis zum Weidebeginn.

Typischer FehlerDen Heuvorrat erst im Winter zu kaufen, wenn die Auswahl klein und die Qualität unklar ist.

GrundlageAlpaka-Studie / ÜbersichtsarbeitVerbands-/Fachempfehlung[17][21][24]

Monat 12
J6

Jahresbilanz

Ziel
Du weißt, was im ersten Jahr funktioniert hat, was gefehlt hat und was im zweiten Jahr anders wird.
Vorher
Ein Jahr Aufzeichnungen.

Aufgaben

Fertig, wennEin Plan für das zweite Jahr steht, mit Terminen im Kalender.

Noch warten, wennAufzeichnungen fehlen – dann jetzt die Routine aus J1 festigen.

Typischer FehlerDie Bilanz auf „lief gut“ zu reduzieren. Die Zahlen aus der Akte sagen mehr.

GrundlageRechtsnorm / amtliche StelleVerbands-/Fachempfehlung[1][18]

Kosten im ersten Jahr

Kosten in drei Spalten: einmalig, laufend, Rücklage. Eine Summe steht hier nicht – aus gutem Grund.

Kostenposten im ersten Jahr
PostenArtHängt ab vonRechnen mit
TiereeinmaligArt, Geschlecht, Alter, Zuchtwert, Region.Kaufen und Preise
Ankaufsuntersuchung und TransporteinmaligEntfernung, Umfang der Diagnostik.–
Zaun, Tore, UnterstandeinmaligVorhandenes, Baurecht, Wolfsgebiet.Ausstattungsplan
Paneele, Halfter, Waage, KleinmaterialeinmaligSelbstbau oder Kauf, gemeinsame Anschaffung mit anderen Haltern.Ausstattungsplan
Heu, Mineralfutter, EinstreulaufendWeidequalität, Tierzahl, Region, Erntejahr.Futterrechner
Tierarzt: Routine, Impfungen, KotprobenlaufendImpfplan, Parasitenplan, Anfahrt.Kostenrechner
SchurlaufendScherer:in, Anfahrt, Tierzahl.–
Versicherung, Tierseuchenkasse, KennzeichenlaufendLand, Versicherer, Tierzahl.–
Notfall und KlinikRücklageNicht planbar – deshalb als Rücklage, nicht als Posten.–
Ersatz bei Ausfall eines TieresRücklageDamit aus drei nicht zwei werden.–

Kostenrechner öffnen · Kosten und Zeitplanung

Problemlöser

Jedes Problembild beginnt mit Prüffragen, dann folgen Hintergrund, was hilft und was du lassen solltest.

Ein Tier frisst nach der Ankunft schlechtauch Gesundheit prüfen

Zuerst prüfen

  • Kaut es wieder? Setzt es Kot ab, und wie sieht er aus?
  • Liegt es mehr als die anderen, steht es abseits?
  • Ist Heu dasselbe wie beim Herkunftsbetrieb, die Tränke erreichbar und bekannt?

Was dahintersteckt

Transport und Ortswechsel belasten; Jungtiere reagieren laut einer Übersichtsarbeit beim Transport besonders mit Angst und geringerem Appetit. Alpakas zeigen Schmerzen spät – eine Veränderung beim Fressen ist deshalb ein ernstzunehmendes Zeichen. [18][24]

Was hilft

  1. Futter wie beim Herkunftsbetrieb, Umstellung erst später und schrittweise.
  2. Gefährten in Sicht- und Hörweite, Ruhe, kein Handling-Programm.
  3. Fressen, Wiederkauen und Kot notieren, zweimal täglich.
  4. Frisst ein Tier nicht und kaut nicht wieder, liegt viel oder wirkt matt: Praxis anrufen, nicht abwarten.

NichtMit Kraftfutter „anfüttern“ oder mehrere Tage abwarten. Praxiswissen

Vertiefung: Futterstopp und Leberverfettung

Ein Neuling wird von der Herde bedrängt

Zuerst prüfen

  • Kam das Tier allein oder mit Gefährten?
  • Gibt es mehr Futterplätze und Liegeflächen als Tiere?
  • Ist ein Hengst oder ein frisch kastrierter Wallach in der Gruppe?

Was dahintersteckt

Rangklärung gehört dazu. Ein einzelnes neues Tier ist bei der Eingliederung laut MuD-Projekt hohem Stress durch Rangordnungskämpfe ausgesetzt; zwei bis drei Tiere gemeinsam verteilen den Druck. [18]

Was hilft

  1. Zusätzliche Futterstellen und Liegeflächen, räumlich verteilt.
  2. Zeitweise Sichtkontakt über den Zaun statt voller Gruppe.
  3. Bei Verletzungen oder dauerhaftem Verdrängen trennen und Praxis fragen.
  4. Beim nächsten Zukauf mindestens zwei Tiere gemeinsam.

NichtEin einzelnes neues Tier ohne Beobachtung zur Herde lassen. [18]

Vertiefung: Herde und Sozialstruktur

Die Weide wird matschig

Zuerst prüfen

  • Stehen mehr Tiere auf der Fläche als geplant?
  • Wo sind Raufe, Tränke und Unterstand – immer an derselben Stelle?
  • Wie lange regnet es schon?

Was dahintersteckt

Bei langem Regen wird Boden matschig; die Tiere brauchen dann trockene Liegeflächen. Kot- und Wälzplätze nehmen zusätzlich Fläche weg. [17]

Was hilft

  1. Tiere auf eine Fläche mit trockener Liegefläche bringen.
  2. Weide teilen und Teilflächen ruhen lassen.
  3. Bereich um Raufe, Tränke und Unterstand befestigen.
  4. Nägel auf weichem Boden häufiger kontrollieren.

NichtTiere wochenlang auf nassem Boden ohne trockenen Liegeplatz stehen lassen. [17]

Vertiefung: Mistlager und Weidepflege

Die Kosten sind höher als geplant

Zuerst prüfen

  • Welche Posten weichen ab – einmalig, laufend oder ein Notfall?
  • Stand eine Rücklage im Plan?
  • Sind Anschaffungen doppelt oder zu früh gekauft worden?

Was dahintersteckt

Preise für Heu, Tierarzt und Material schwanken nach Region und Jahr. Ein Plan ohne Rücklage bricht beim ersten Notfall.

Was hilft

  1. Kostenrechner mit den tatsächlichen Zahlen neu füllen.
  2. Einmalige und laufende Posten getrennt ansehen.
  3. Material wie Paneele gemeinsam mit anderen Haltern kaufen.
  4. Rücklage für Notfälle ab jetzt monatlich bilden.

NichtAn der Herdengröße sparen und ein Tier abgeben, sodass zwei oder eines bleiben. [17]

Vertiefung: Kosten und Zeitplanung

Die Tierarztpraxis ist schwer erreichbar

Zuerst prüfen

  • Hat die Praxis einen Notdienst, und kennst du die Alternative?
  • Kannst du ein Tier im Notfall selbst in eine Klinik bringen?

Was dahintersteckt

Das MuD-Projekt empfiehlt, die Praxis vor der Anschaffung zu organisieren und Alternativen für den Notdienst zu klären; Halter sollen ihre Tiere im Notfall auch selbst transportieren können. [17]

Was hilft

  1. Tierarzt-Suche und Anlaufstellen nutzen, auch Kliniken einbeziehen.
  2. Notfallordner mit Anfahrt und Nummern aktualisieren.
  3. Verladen üben, bevor es gebraucht wird.
  4. Symptom-Lotse für die Einordnung, ob es jetzt, heute oder beobachten heißt.

NichtWeitere Tiere anschaffen, bevor eine Praxis zugesagt hat. [17]

Vertiefung: Tierarzt finden

Nachbarn beschweren sich

Zuerst prüfen

  • Worum geht es: Geruch, Fliegen, Lärm, Besucherverkehr, Zaun?
  • Wo liegen Mistlager und Kotplätze im Verhältnis zum Nachbargrundstück?

Was dahintersteckt

Kotplätze legen Alpakas selbst an; das MuD-Projekt empfiehlt, sie regelmäßig zu reinigen. Ob das eine Beschwerde löst, hängt davon ab, worum es wirklich geht – das klärt nur das Gespräch. [18]

Was hilft

  1. Früh das Gespräch suchen und konkret nachfragen.
  2. Kotplätze regelmäßig reinigen, Mistlager mit Abstand zur Grenze.
  3. Besuchszeiten und Parken regeln, wenn Gäste kommen.
  4. Bei baulichen Fragen die Bauaufsicht einbeziehen, nicht raten.

NichtDen Konflikt aussitzen, bis er beim Amt landet. Praxiswissen

Vertiefung: Mistlager und Weidepflege

Die erste Hitzewocheauch Gesundheit prüfen

Zuerst prüfen

  • Sind alle Tiere vollständig geschoren?
  • Finden alle gleichzeitig Schatten?
  • Atmen Tiere schnell oder mit offenem Maul?

Was dahintersteckt

Für Tage ab 30 °C braucht es eine Ganzkörperschur. Zeichen von Hitzestress sind schnellere Atmung, höherer Puls, erhöhte Körpertemperatur und Maulatmung. [17][18]

Was hilft

  1. Hitzestress-Ampel für den eigenen Standort prüfen.
  2. Schatten für alle, Wasser in mehreren Tränken, kühle Liegefläche.
  3. Training, Handling und Transport ausfallen lassen oder in die kühlen Morgenstunden legen.
  4. Maulatmung oder ein Tier, das nicht mehr aufsteht: sofort Praxis anrufen.

NichtBei Hitze transportieren oder trainieren. [17]

Vertiefung: Hitzestress-Ampel

Urlaub steht an, niemand kann versorgen

Zuerst prüfen

  • Kennt eine Person Tiere, Routine und Notfallordner?
  • Wer entscheidet im Notfall, ob die Praxis kommt?

Was dahintersteckt

Tägliche Beobachtung ist die Voraussetzung, Krankheiten früh zu erkennen – auch während des Urlaubs. [18]

Was hilft

  1. Vertretung vorab eine komplette Routine machen lassen.
  2. Notfallordner mit Praxis, Notdienst, Anfahrt und Vollmacht.
  3. Urlaub in ruhige Zeiten legen, nicht in Schur, Hitze oder Quarantäne.

NichtDie Tiere mehrere Tage ohne tägliche Kontrolle lassen. [18]

Vertiefung: Urlaubsvertretung

Ein Tier stirbt – plötzlich sind es zweiauch Gesundheit prüfen

Zuerst prüfen

  • Ist das tote Tier gemeldet und eine Sektion besprochen?
  • Zeigen die anderen Tiere Auffälligkeiten?

Was dahintersteckt

Mit zwei Tieren bleibt eine fragile Gruppe; mit einem entsteht Einzelhaltung, die das MuD-Projekt als tierschutzwidrig einordnet. Tiere anderer Arten ersetzen keine Artgenossen. [17]

Was hilft

  1. Mit der Praxis klären, ob eine Sektion sinnvoll ist.
  2. Ergänzung planen: zwei Tiere gemeinsam, mit Quarantäne.
  3. Bis dahin die verbliebenen Tiere besonders gut beobachten.

NichtEin einzelnes Alpaka dauerhaft allein oder nur mit Schafen, Ziegen oder Pferden halten. [17]

Vertiefung: Totes Alpaka: Meldung und Sektion

Die Tiere lassen sich nicht einfangen

Zuerst prüfen

  • Gibt es einen kleinen Fangbereich?
  • Wird auf der offenen Weide gefangen?

Was dahintersteckt

Nachrennen auf der Weide bringt einem Tier laut CAMELIDynamics oft bei, beim nächsten Mal früher auszuweichen. Ein kleiner Fangbereich nimmt Anlauf und Flucht heraus. [25][28]

Was hilft

  1. Fangbereich bauen und dort füttern.
  2. Trainingshandbuch Stufe A: Herde gemeinsam in den Fangbereich bringen, Leerrunden.

NichtNachrennen. Position der Methode[28]

Vertiefung: Trainingshandbuch: Stufe A

Sonderfälle

Kleine Fläche

Bewegungsfläche und Futterfläche sind zwei Rechnungen. Eine kleine Fläche kann als Auslauf reichen, wenn das Futter ganzjährig als Heu zugekauft wird – dann entscheiden Heuquelle, Lagerplatz und Mistlager.

Die MuD-Leitlinien nennen als Bewegungsfläche nach mehreren Quellen 1.000 m² für die ersten beiden Tiere und 100 m² für jedes weitere; für Alpakas schlagen sie selbst etwas weniger vor und rechnen Kot- und Wälzplätze zusätzlich.

Belege: [17] Fläche, Weide, Paddock

Gepachtete Fläche

Vor dem Kauf schriftlich mit der Verpächterin oder dem Verpächter klären, dass Tierhaltung, Unterstand und Zaun erlaubt sind – und was bei Kündigung mit beidem geschieht. Die baurechtliche Frage bleibt dieselbe wie auf eigener Fläche.

Belege: [11]

Berufstätig

Die tägliche Kontrolle lässt sich auf Morgen und Abend legen, wenn der Fangbereich nah am Stall liegt und das Licht reicht. Wöchentliche Aufgaben wie BCS und Schleimhaut gehören auf einen festen Tag. Entscheidend ist eine zweite Person, die dieselbe Routine kann.

Belege: [18]

Mit Kindern

Kinder sind nie allein im Gehege, wenn gearbeitet wird, und bleiben einem distanzlosen Jungtier fern, bis es Grenzen kennt. Reiten oder Kinder auf Alpakas setzen lehnen die MuD-Leitlinien ab. Der Sicherheitskasten in Kapitel 07 gilt auch hier.

Belege: [17][27] Alpakas und Kinder

Neubau von Stall oder Unterstand

Erst die schriftliche Auskunft der Bauaufsicht, dann der Bau. Für den Innenraum nennen die MuD-Leitlinien Platzwerte je Tier; der Quarantäne- und Krankenbereich sollte von Anfang an mitgeplant werden.

Belege: [11][17] Unterstand und Stall

Jungtiere unter einem Jahr

Zum Trainingsalter gibt es zwei Angaben, die sich nicht decken. Eine Übersichtsarbeit von Pilarczyk u. a. (2025) schreibt, dass Training schon ab etwa sechs Monaten beginnen kann, nachdem das Tier an Anwesenheit und Berührung von Menschen gewöhnt ist; eine bestimmte Übung nennt sie dabei nicht. Die MuD-Leitlinien (2026, ein Vorschlag) empfehlen, mit Trainingseinheiten wie dem Halftertraining nicht vor dem 10. bis 12. Lebensmonat zu beginnen, und ein Cria erst nach dem 12. Lebensmonat intensiver zu händeln.

Beide begründen das mit dem Risiko der Fehlprägung durch übermäßigen Kontakt, besonders bei Flaschenaufzucht. Die MuD-Leitlinien empfehlen außerdem, Crias nicht vor dem 9. Lebensmonat von der Mutter abzusetzen. Wer ein junges Tier kauft, fragt deshalb nach Alter, Absetzzeitpunkt und dem, was schon geübt wurde.

Belege: [17][24] Trainingshandbuch: Crias und Absetzer

Pläne für Wanderungen oder Hofbesuche

Die MuD-Leitlinien empfehlen Neueinsteigern, frühestens sechs Monate nach der Anschaffung mit Nutzung mit Kundenkontakt zu beginnen, zugekauften Tieren mindestens drei Monate Eingewöhnung zu geben und für Aktivitäten mit Menschenkontakt ein Mindestalter von 18 Monaten vorzusehen. Ob eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz nötig ist, beim Veterinäramt erfragen.

Belege: [9][17] Trekking und tiergestützter Einsatz

Irrtümer, die Einsteiger teuer zu stehen kommen

VerbreitetZwei Alpakas reichen.

TatsächlichMindestens drei Tiere derselben Art. Mit zweien entsteht beim Ausfall eines Tieres sofort Einzelhaltung. [17]

VerbreitetEin Alpaka kann auch bei Schafen oder Ziegen leben.

TatsächlichAndere Tierarten ersetzen keine Artgenossen – auch ein einzelnes Alpaka in einer Lamagruppe nicht. [17]

VerbreitetFür ein paar Hobby-Alpakas muss man nichts anmelden.

TatsächlichDie Haltung wird vor Beginn angezeigt, es wird ein Bestandsregister geführt, und jedes Tier wird gekennzeichnet – auch in Hobbyhaltungen. [1][3][19]

VerbreitetEin junger Hengst ist für den Anfang praktisch – später kann man ja züchten.

TatsächlichHengsthaltung braucht Erfahrung und Management; die MuD-Leitlinien raten unerfahrenen Haltern davon ab. [17]

VerbreitetEin Flaschenkind ist besonders zahm und damit ideal.

TatsächlichHandaufgezogene Crias prägen sich leicht auf Menschen und können als Erwachsene gefährlich werden. [23][24]

VerbreitetNach ein paar Tagen sind die Tiere eingewöhnt.

TatsächlichDie MuD-Leitlinien sehen für zugekaufte Tiere mindestens drei Monate Eingewöhnung vor, bevor sie regelmäßig mit Menschenkontakt eingesetzt werden, für Neueinsteiger mindestens sechs Monate. [17]

VerbreitetQuarantäne braucht man nur in großen Betrieben.

TatsächlichJeder Zukauf kommt in Quarantäne, mindestens sechs bis acht Wochen, in einem eigenen Bereich. [18]

VerbreitetEntwurmt wird zweimal im Jahr, nach Kalender.

TatsächlichEntwurmen ohne Kotbefund fördert Resistenzen. Behandelt wird nach Befund und Rücksprache mit der Praxis. [18]

VerbreitetDie Kosten kann man vorher genau berechnen.

TatsächlichPreise schwanken nach Region und Jahr, und Notfälle sind nicht planbar. Ein Plan mit Rücklage ist ehrlicher als eine genaue Zahl. Praxiswissen

VerbreitetEinen Tierarzt findet man schon, wenn man ihn braucht.

TatsächlichDie Praxis gehört organisiert, bevor die Tiere kommen – samt Notdienst-Alternative. [17]

Weiterlernen und Grundlagen

Die MuD-Leitlinien empfehlen vor der Anschaffung eine Hospitanz oder ein Praktikum auf einem erfahrenen Betrieb und erwähnen Sachkundekurse, die eine nationale Fachstelle akkreditieren kann[17]. Für das Handling gibt es das Trainingshandbuch, für einzelne Themen die Lernpfade und für Verbände und Kliniken die Anlaufstellen.

Begriffe

Anzeige der Haltung
Mitteilung an die zuständige Behörde vor Beginn der Tierhaltung, mit Standort, Tierzahl und Nutzungsart.
Bestandsregister
Liste mit dem Bestand am 1. Januar und allen Zu- und Abgängen samt Name, Anschrift und Datum.
Registriernummer
Nummer, unter der die Behörde deine Haltung führt.
Kennzeichnung
Individuelle Ohrmarken an beiden Ohren oder ein injizierbarer Transponder.
Tierseuchenkasse
Landeseinrichtung für Entschädigungen im Tierseuchenfall; ob Alpakas erfasst sind, regelt das Land.
Ankaufsuntersuchung
Tierärztliche Untersuchung vor dem Kauf, oft ergänzt um Tests auf Erreger.
Quarantäne
Getrennte Haltung von Neuzugängen ohne direkten Kontakt zur Herde, mit eigener Hygiene.
Basislinie
Werte eines gesunden Tieres – Gewicht, BCS, Verhalten –, an denen später jede Abweichung gemessen wird.
Bewegungsfläche
Fläche für Bewegung und Sozialverhalten; nicht dasselbe wie die Futtergrundlage.
Witterungsschutz
Schutz vor Sonne, Regen und Wind, unter dem alle Tiere gleichzeitig Platz finden.
Gnitzen
Winzige Stechmücken, die unter anderem das Blauzungenvirus übertragen.
Fehlprägung
Ein Jungtier behandelt Menschen wie Artgenossen, oft nach Flaschenaufzucht oder zu viel Körperkontakt.

Häufige Fragen zum ersten Jahr mit Alpakas

Wie viele Alpakas brauche ich mindestens?

Mindestens drei Tiere derselben Art. So bleibt eine Gruppe, wenn ein Tier krank wird oder stirbt; mit zwei Tieren entsteht dann sofort Einzelhaltung. Andere Tierarten ersetzen keine Artgenossen. Das empfehlen die Leitlinien des MuD-Tierschutzprojekts Neuweltkameliden (Stand 2026).

Muss ich Alpakas anmelden?

Ja. Nach § 45 der Viehverkehrsverordnung zeigst du die Haltung vor Beginn bei der zuständigen Behörde an und führst ein Bestandsregister. Außerdem müssen Alpakas nach EU-Recht einzeln gekennzeichnet sein, per Ohrmarken oder Transponder. Die Einzelheiten beim Veterinäramt erfragen (Rechtsstand abgerufen am 30.09.2026).

Wie viel Platz brauchen Alpakas?

Als Bewegungsfläche nennen die MuD-Leitlinien nach mehreren Quellen mindestens 1.000 m² für die ersten beiden Tiere und 100 m² für jedes weitere. Das ist Auslauf, keine Futtergrundlage: Soll die Weide auch füttern, braucht es deutlich mehr Fläche oder ganzjährig zugekauftes Heu.

Wie lange dauert die Quarantäne nach dem Kauf?

Das MuD-Tierschutzprojekt empfiehlt mindestens sechs bis acht Wochen in einem eigenen Bereich ohne direkten Kontakt zur Herde, mit eigener Hygiene. Das Ende legt die Tierarztpraxis anhand der Befunde fest.

Wann ist ein guter Monat für die Ankunft?

Einen festen besten Monat gibt es nicht. Gegen den Hochsommer spricht die Hitze beim Transport; von Mai bis Oktober schätzt das FLI das Übertragungsrisiko über Gnitzen als hoch ein, und im Frühjahr steht die Schur an. Die Startmonat-Ansicht im Handbuch zeigt, was bei deinem Monat dazukommt.

Was kostet das erste Jahr mit Alpakas?

Dafür gibt dieses Handbuch bewusst keine Zahl: Preise für Tiere, Heu, Tierarzt und Material schwanken zu stark nach Region und Jahr. Es trennt einmalige Kosten, laufende Kosten und eine Rücklage für Notfälle und verweist auf den Kostenrechner, in den du deine eigenen Preise einträgst.

Brauchen Alpakas einen Stall?

Sie brauchen ganzjährig einen Witterungsschutz gegen Sonne, Regen und Wind, unter dem alle Tiere gleichzeitig Platz finden. Das kann ein Unterstand oder ausreichend großer natürlicher Schutz sein. Ob ein Unterstand gebaut werden darf, klärt die Bauaufsicht.

Kann ich mit einem Hengst anfangen?

Die MuD-Leitlinien raten unerfahrenen Haltern von Hengsten ab, weil Hengsthaltung Fachwissen und Management braucht. Für den Einstieg eignen sich Gruppen aus Stuten oder Wallachen.

Ab wann kann ich Alpaka-Wanderungen anbieten?

Die MuD-Leitlinien empfehlen Neueinsteigern mindestens sechs Monate Abstand zwischen Anschaffung und Nutzung mit Kundenkontakt und ein Mindestalter der Tiere von 18 Monaten. Ob eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz nötig ist, beim Veterinäramt erfragen.

Quellen

Stand 30. September 2026, Quellenabgleich 30. September 2026. Jede Quelle mit dem, was sie in diesem Handbuch belegt, und ihrer Stufe (siehe So belastbar ist das).

  1. § 45 Viehverkehrsverordnung – Tierhaltung in besonderen FällenBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deHalter von Kameliden zeigen ihren Betrieb entsprechend § 26 Abs. 1 Satz 1 und 2 an und führen ein Bestandsregister mit dem Bestand am 1. Januar sowie Zu- und Abgängen mit Name, Anschrift und Datum.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Neufassung vom 26.5.2020 laut gesetze-im-internet.de, abgerufen am 30.09.2026
  2. § 26 Viehverkehrsverordnung – Anzeige und RegistrierungBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deAnzeige vor Beginn der Tätigkeit mit Name, Anschrift, voraussichtlicher Tierzahl im Jahresdurchschnitt, Nutzungsart und Standort; Änderungen unverzüglich; Registriernummer. Kameliden stehen nicht in Abs. 1 selbst, § 45 verweist hierher.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  3. Delegierte Verordnung (EU) 2019/2035, Artikel 73Europäische Kommission, Amtsblatt der EU L 314 vom 5.12.2019Gehaltene Camelidae werden einzeln gekennzeichnet: herkömmliche Ohrmarke an jedem Ohr oder injizierbarer Transponder; Anbringung im Geburtsbetrieb; Kennzeichen nicht ohne Genehmigung entfernen oder ersetzen.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Fassung laut Amtsblatt, gelesen über das Amt für Veröffentlichungen, abgerufen am 30.09.2026
  4. Durchführungsverordnung (EU) 2021/520, Artikel 16Europäische Kommission, Amtsblatt der EU L 104 vom 25.3.2021Frist für die Kennzeichnung gehaltener Camelidae: Der Mitgliedstaat, in dem die Tiere geboren wurden, legt eine Höchstfrist nach der Geburt fest; sie beträgt nicht mehr als neun Monate. Die Tiere verlassen den Geburtsbetrieb nur gekennzeichnet.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Fassung laut Amtsblatt, gelesen über das Amt für Veröffentlichungen, abgerufen am 30.09.2026
  5. Verordnung (EU) 2016/429 (Tiergesundheitsrecht), Artikel 84Europäisches Parlament und Rat, Amtsblatt der EU L 84 vom 31.3.2016Unternehmer von Betrieben, in denen Landtiere gehalten werden, informieren vor Aufnahme der Tätigkeit die zuständige Behörde, damit der Betrieb registriert wird.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Fassung laut Amtsblatt, gelesen über das Amt für Veröffentlichungen, abgerufen am 30.09.2026
  6. Verordnung (EU) 2019/6 über Tierarzneimittel, Artikel 108Europäisches Parlament und Rat, Amtsblatt der EU L 4 vom 7.1.2019Eigentümer oder Halter von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, führen Buch über angewendete Arzneimittel: unter anderem Datum, Bezeichnung, Menge, Lieferant, behandeltes Tier, Wartezeit und Behandlungsdauer. Kameliden sind im Artikel nicht genannt.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Fassung laut Amtsblatt, gelesen über das Amt für Veröffentlichungen, abgerufen am 30.09.2026
  7. § 20 Tiergesundheitsgesetz – EntschädigungspflichtigerBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deDie Länder regeln die Tierseuchenentschädigung. Abs. 2 nennt die Tierarten, für die Beiträge zu erheben sind; Kameliden sind dort nicht aufgeführt.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  8. § 2 TierschutzgesetzBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deWer ein Tier hält, muss es angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen und über die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  9. § 11 Tierschutzgesetz – ErlaubnisBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deErlaubnispflicht unter anderem für gewerbsmäßiges Zurschaustellen von Tieren oder deren Zurverfügungstellen für solche Zwecke (Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 Buchst. d).Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  10. § 833 BGB – Haftung des TierhaltersBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deDie haltende Person ersetzt Schäden durch das Tier; die Entlastung durch Nachweis der Sorgfalt gilt nur für Haustiere, die Beruf, Erwerbstätigkeit oder Unterhalt dienen.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  11. § 35 Baugesetzbuch – Bauen im AußenbereichBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.dePrivilegiert ist im Außenbereich unter anderem ein Vorhaben, das einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient (Abs. 1 Nr. 1).Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  12. § 201 Baugesetzbuch – Begriff der LandwirtschaftBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deTierhaltung zählt als Landwirtschaft, soweit das Futter überwiegend auf den zum Betrieb gehörenden Flächen erzeugt werden kann.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  13. Verordnung (EG) Nr. 1/2005 über den Schutz von Tieren beim Transport, Art. 1 und Art. 6Rat der EU, Amtsblatt der EU L 3 vom 5.1.2005Gilt nicht für Transporte ohne Verbindung mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit (Art. 1 Abs. 5). Befähigungsnachweis für Fahrer und Betreuer bei Hausequiden, -rindern, -schafen, -ziegen, -schweinen und Geflügel (Art. 6 Abs. 5); Kameliden sind dort nicht genannt.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Fassung laut Amtsblatt, gelesen über das Amt für Veröffentlichungen, abgerufen am 30.09.2026
  14. § 1 TierschutztransportverordnungBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.deDie Verordnung gilt – bis auf §§ 7 und 8 zum Versand in Behältnissen – nicht für Transporte im Sinne von Art. 1 Abs. 5 der Verordnung (EG) Nr. 1/2005.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · abgerufen am 30.09.2026
  15. NeuweltkamelidenLandestierschutzbeauftragte Hessen (tierschutz.hessen.de), ohne DatumsangabeBehördliche Informationsseite: Schur einmal jährlich im Frühjahr (April/Mai); Unterstände für alle Tiere gleichzeitig; Kampfzähne bei Hengsten tierärztlich kürzen.Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Seite ohne Datum, abgerufen am 30.09.2026
  16. Blauzungenkrankheit – aktuelles TierseuchengeschehenFriedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit)Grundimmunisierung möglichst vor Beginn der sommerlichen Vektoraktivität abschließen; Übertragungsrisiko für bestimmte Serotypen über Gnitzen von Dezember bis März vernachlässigbar, April und November mäßig, Mai bis Oktober hoch (Einschätzung auf der Seite).Stufe: Rechtsnorm / amtliche Stelle · Lageseite, abgerufen am 30.09.2026
  17. Vorschlag: Leitlinien zur Haltung und Nutzung von Lamas und AlpakasMuD-Tierschutzprojekt Neuweltkameliden, Justus-Liebig-Universität Gießen, Stand 06.03.2026 (öffentlich gefördertes Projekt, BMEL/BLE)Projektvorschlag, keine amtliche Leitlinie: Sachkunde und Hospitanz vor dem Kauf (3, 3.1); keine NWK-spezifischen gesetzlichen Vorgaben (4.1); mindestens drei Tiere derselben Art, Hengste nicht für Unerfahrene (4.2); Quarantäne- und Krankenbereich (4.4.4); Bewegungs- und Futterfläche (4.5.1); ganzjähriger Witterungsschutz (4.5.2); Zaun ohne Stacheldraht (4.5.3); Transport (5); Tierarzt vor der Anschaffung (7.2); Eingewöhnung vor Nutzung (8); Trainingseinheiten wie Halftertraining nicht vor dem 10. bis 12. Lebensmonat, Absetzen nicht vor dem 9. (2.3); intensiveres Handling nach dem 12. Lebensmonat, Nutzung mit Menschenkontakt ab 18 Monaten (8.1.2).Stufe: Verbands-/Fachempfehlung
  18. Tiergesundheitsmanagementplan und Checkliste für Tierhalter:innenMuD-Tierschutzprojekt Neuweltkameliden, Justus-Liebig-Universität Gießen, 2024 (öffentlich gefördertes Projekt, BMEL/BLE)Projektmaterial: Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht, arzneimittelrechtlich lebensmittelliefernde Tiere (2); tägliche und wöchentliche Kontrollen (7.2.1, 7.2.2); Schur jährlich, Ganzkörperschur für Tage ab 30 °C (7.2.5); Kotproben im ersten und zweiten Jahr alle vier bis sechs Wochen, keine Entwurmung nach Kalender (7.3); Zukauf: Ankaufsuntersuchung, Quarantäne mindestens sechs bis acht Wochen, zwei bis drei Tiere gemeinsam (9).Stufe: Verbands-/Fachempfehlung
  19. Neue gesetzliche Vorschriften zur Kennzeichnung und Registrierung von KamelidenLandeskontrollverband Berlin-Brandenburg e. V., Merkblatt Februar 2025Für Brandenburg: Kennzeichnung auch in Hobbyhaltungen, innerhalb von neun Monaten nach der Geburt und vor jedem früheren Verlassen des Bestands; Ohrmarken dürfen Halter selbst setzen, Transponder nur Tierärzt:innen; Bestandsregister.Stufe: Verbands-/Fachempfehlung
  20. Llamas and Alpacas: Health and CarePenn State Extension (Pennsylvania State University)Nennt die Lebensdauer von Alpakas bei guter Versorgung mit 15 Jahren und mehr; Lamas leben etwas länger.Stufe: Verbands-/Fachempfehlung
  21. Oak Toxicosis in AnimalsMerck Veterinary Manual (tiermedizinisches Nachschlagewerk), Überarbeitung Juni 2026Eicheln reifen im Herbst; Lamas sind unter den betroffenen Arten genannt; herabgefallene Eicheln von der Weide zu entfernen, kann helfen.Stufe: Verbands-/Fachempfehlung
  22. Management of Llamas and AlpacasMerck Veterinary Manual (tiermedizinisches Nachschlagewerk)Kameliden können Menschen verletzen, besonders unter Stress oder bei Schmerzen; sie treten typischerweise nach vorn oder zur Seite und können auch beißen und spucken; unkastrierte Hengste und frisch kastrierte Wallache kämpfen in Gegenwart nicht tragender Stuten häufig.Stufe: Verbands-/Fachempfehlung
  23. Herd Health of Llamas and AlpacasMerck Veterinary Manual (tiermedizinisches Nachschlagewerk)Kampfzähne wachsen vor allem bei Hengsten nach, brechen mit etwa 18 bis 24 Monaten durch, werden beim Rangkampf eingesetzt und können für Menschen im Umgang gefährlich sein; Kürzen gehört in tierärztliche Hand, bei Hengsten oft jährlich.Stufe: Verbands-/Fachempfehlung
  24. Alpaca (Vicugna pacos) Husbandry and Their WelfarePilarczyk u. a., Animals (Basel) 2025, via PubMed CentralÜbersichtsarbeit: Zwang führt häufiger zu Aggression, positive Verstärkung wirkt beim Führen, Scheren und Verladen; Training „as early as six months of age“ nach Gewöhnung an Anwesenheit und Berührung (Abschn. 10, [11]), davor frühe, kontrollierte Sozialisierung; übermäßiger Körperkontakt begünstigt Fehlprägung, besonders bei Flaschenaufzucht; Fixation im Stehen wird besser toleriert; nennt CAMELIDynamics als empfehlenswerten Ansatz.Stufe: Alpaka-Studie / Übersichtsarbeit
  25. The Positively Perfect PanelMarty McGee Bennett, Alpacas Magazine 2006Fangbereich von etwa 2,7 × 2,7 m, halbierbar; über rund 3,7 × 3,7 m wird der Hals zum Festhaltemittel; Paneele mit Querstreben; Führgasse für die ersten Führlektionen; Gruppe statt Einzeltier verladen.Stufe: Praxismethode (CAMELIDynamics)
  26. Teaching Your Alpaca NOT to Pick Up His FeetMarty McGee Bennett, Alpacas Magazine 2006Beinarbeit: erst lernt das Tier, den Fuß unten zu lassen; Gewicht mit dem Arm über dem Rücken ausbalancieren; kreisende Berührung mit dem Handrücken; Lektionen von drei bis fünf Minuten; Helfer als Balance-Stütze statt Fixation.Stufe: Praxismethode (CAMELIDynamics)
  27. Raising Respectful Animals: Preventing Aggression in AlpacasMarty McGee Bennett, Alpacas Magazine 2009Distanzloses Jungtier: persönlicher Raum von etwa einem halben Meter, ruhiges „Zurück“ statt „Nein“, kein Schieben und kein Anschreien; Nasenbegrüßung ist in Ordnung, Drängeln nicht; Lehrer statt Boss.Stufe: Praxismethode (CAMELIDynamics)
  28. How to Calmly Catch an Alpaca or Llama: The Midline CatchCAMELIDynamics (Anbieterseite)Beschreibt den Fang im kleinen Bereich von etwa 2,7 × 2,7 m, gern mit fünf, sechs Tieren darin: Annäherung von hinter dem Auge, erste Berührung flach und sachlich an der Halsmitte, zweite Hand hinter dem Kiefer statt am Gesicht, Kopf ausbalancieren wie einen Teller auf einem Stock, Tier parallel zum Paneel und nicht in die Ecke, Vorwärtsbewegung bleibt möglich.Stufe: Praxismethode (CAMELIDynamics)