Ruheverhalten

Wie schlafen Alpakas? Liegen, Dösen und Nachtverhalten

Wie schlafen Alpakas? Meist in Brustlage, in kurzen Etappen und nie alle zugleich – dazu Wiederkauen in der Nacht und wann viel Liegen auffällig ist.

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ca. 11 Min.
Aktualisiert
28. September 2026
Redaktioneller Quellenabgleich
28. September 2026
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Alpakas schlafen und ruhen überwiegend in Brustlage mit untergeschlagenen Beinen, seltener flach auf der Seite. Sie sind tagaktiv und schlafen nachts in vielen kurzen Etappen, zwischen denen sie dösen, wach sind und wiederkauen. Dass Alpakas im Stehen schlafen, ist nicht belegt; beim nahe verwandten Dromedar trat Tiefschlaf ausschließlich im Liegen mit dem Kopf auf dem Boden auf. Eine Schlafstudie mit Messung der Hirnströme gibt es für Alpakas bislang nicht, beim Dromedar kamen reiner Schlaf und Dösen zusammen auf rund 3,6 bis 4,8 Stunden am Tag. Wiederkauen findet bei Neuweltkameliden vor allem im Liegen und überwiegend nachts statt.

Das Wichtigste

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Alpakas und Lamas sind tagaktiv und schlafen und ruhen in der Regel in Brust-Bauchlage, teilweise auch in Seitenlage.

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Für Alpakas gibt es bislang keine Schlafstudie mit Messung der Hirnströme; die beste Vergleichsgrundlage sind Polysomnographie-Studien am Dromedar.

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Dromedare schliefen in einer Polysomnographie-Studie nachts nur etwa 1,7 Stunden, davon 0,5 Stunden REM-Schlaf, und dösten zusätzlich etwa 1,9 Stunden.

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Beim Dromedar trat REM-Schlaf ausschließlich im Liegen mit dem Kopf auf dem Boden auf; Schlaf im Stehen wurde nicht beobachtet.

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Lamas kauten in einer Studie unter mitteleuropäischen Weidebedingungen vor allem im Liegen wieder, während 54 Prozent der Nacht und 10 Prozent des Tages.

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Lamas und Alpakas haben relativ feste Schlafplätze und halten auch im Liegen Abstand zueinander.

Wie schlafen Alpakas?

Alpakas schlafen überwiegend in Brustlage: Sie liegen auf dem Brustbein, die Beine unter dem Körper gefaltet, den Hals aufrecht oder abgelegt. Die Leitlinien des deutschen MuD-Projekts Neuweltkameliden (2026) halten fest, dass Lamas und Alpakas tagaktiv sind und in der Regel in Brust-Bauchlage schlafen und ruhen, teilweise auch in Seitenlage. Der britische Tiergesundheitsdienst NADIS beschreibt die Brustlage als häufigste Ruheposition und die Seitenlage als normale Position zum Schlafen und Sonnen.

Wie Alpakas genau schlafen, weiß allerdings niemand – jedenfalls nicht im strengen Sinn. Eine Studie, die bei Alpakas Hirnströme misst und damit Wachsein, Dösen, Tiefschlaf und Traumschlaf sauber trennt, ist bislang nicht veröffentlicht. Die beste Grundlage liefern Polysomnographie-Studien am Dromedar, einem entfernten Verwandten aus der Familie der Kamele. Sie ersetzen keine Alpakadaten, erklären aber vieles von dem, was man nachts im Unterstand beobachten kann.

Das Wichtigste daraus vorweg: Kameliden schlafen nicht in einem langen Block, sondern in vielen kurzen Etappen. In der Studie von El Allali und Kollegen (2022) wechselten Dromedare nachts rasch zwischen fünf Zuständen – wach, dösend, Tiefschlaf, REM-Schlaf und Wiederkauen –, und eine einzelne Schlafphase dauerte im Schnitt nur gut drei Minuten.

Schlafen Alpakas im Stehen?

Dass Alpakas im Stehen schlafen, ist nicht belegt – anders als bei Pferden, die im Stehen dösen können. Beim Dromedar wurde in der Polysomnographie-Studie von El Allali und Kollegen während der nächtlichen Ruhe keine einzige stehende Schlafphase aufgezeichnet; die Tiere lagen durchgehend in Brustlage.

Aufschlussreich ist, wie die Kopfhaltung mit dem Schlaf zusammenhing. Wach und wiederkauend hielten die Dromedare den Kopf aufrecht und bewegten ihn. Beim Dösen blieb der Kopf oben, aber reglos. Tiefschlaf kam sowohl mit erhobenem als auch mit abgelegtem Kopf vor. Und der REM-Schlaf, der Traumschlaf, trat zu 100 Prozent mit dem Kopf auf dem Boden auf – weil die Halsmuskulatur in dieser Phase erschlafft und den langen Hals nicht mehr trägt.

Wer das einmal weiß, sieht seine Herde nachts anders. Ein Alpaka, das in Brustlage liegt, den Kopf hoch hält und langsam kaut, ist wach und kaut wieder. Eines, das reglos mit erhobenem Kopf liegt, döst vermutlich. Und eines, das Kinn und Hals flach auf den Boden gelegt hat, ist mit einiger Wahrscheinlichkeit im Tiefschlaf – ganz sicher sagen lässt sich das ohne Messung nicht.

Stupsi hat mich damit einmal gründlich erschreckt. Er lag morgens im Unterstand, der Hals lang auf dem Stroh ausgestreckt, das Kinn am Boden, völlig reglos. Bis ich an der Tür war, hatte er den Kopf gehoben und sah mich an, als wäre ich das Problem. Seitdem weiß ich: Kopf am Boden bei einem Tier, das auf Geräusche sofort reagiert, heißt schlafen. Kopf am Boden bei einem Tier, das nicht reagiert, heißt anrufen.

Wie viele Stunden schlafen Alpakas?

Wie viele Stunden Alpakas schlafen, ist nicht gemessen; die Zahlen, die im Netz kursieren, stammen nicht aus Alpaka-Studien. Belastbar sind nur die Werte vom Dromedar – und die zeigen vor allem, wie wenig Tiefschlaf Kameliden brauchen.

In der Studie von El Allali und Kollegen (2022) schliefen vier Dromedare nachts im Schnitt nur 1,7 Stunden, davon 0,5 Stunden REM- und 1,2 Stunden Tiefschlaf. Den Rest der Nacht verbrachten sie wach (2,3 Stunden), wiederkauend (2,4 Stunden) oder dösend (1,9 Stunden). Eine Folgestudie über alle vier Jahreszeiten (Beniaich et al., 2026) fand, dass die Gesamtschlafzeit einschließlich Dösen im Winter mit etwa 4,8 Stunden deutlich höher lag als im Sommer mit etwa 3,6 Stunden – die längeren Nächte verlängerten den Schlaf.

Für den Alltag mit Alpakas ist die genaue Stundenzahl weniger wichtig als das Muster dahinter: kurze Schlafphasen, viel Dösen, viel Wiederkauen im Liegen. Die Tabelle übersetzt die beim Dromedar gemessenen Zustände in das, was man bei Alpakas sehen kann. Die rechte Spalte ist eine begründete Übertragung, keine gemessene Zuordnung.

ZustandHaltung beim Dromedar (gemessen)Beobachtungshinweis beim Alpaka
WachBrustlage, Kopf aufrecht und in BewegungKopf oben, Ohren drehen mit, reagiert sofort
WiederkauenBrustlage, Kopf aufrecht und in BewegungGleichmäßiges seitliches Kauen, Bissen wandern sichtbar den Hals hinauf
DösenBrustlage, Kopf aufrecht, aber reglosKopf oben, Augen halb geschlossen, kaum Bewegung
TiefschlafBrustlage, Kopf teils erhoben, teils abgelegtRuhig liegend, reagiert verzögert auf Geräusche
REM-SchlafBrustlage, Kopf und Hals auf dem BodenKinn und Hals flach abgelegt, kurz und selten zu sehen

Kauen Alpakas nachts und im Liegen wieder?

Ja, Neuweltkameliden kauen vor allem im Liegen und überwiegend nachts wieder. Eine Studie von Stölzl, Lambertz und Gauly (2015) beobachtete Lamas unter mitteleuropäischen Weidebedingungen rund um die Uhr: Wiederkauen fand vorwiegend im Liegen statt und machte 54 Prozent der Nacht, aber nur 10 Prozent des Tages aus. Die MuD-Leitlinien übernehmen diese Werte ausdrücklich für Lamas und Alpakas. Für Alpakas selbst gibt es keine eigene Messung, die Verdauungsphysiologie beider Arten ist aber sehr ähnlich.

Tagsüber wird gefressen, nachts verarbeitet. Die Leitlinien nennen acht bis zehn Stunden Futteraufnahme pro Tag, verteilt über Tag und Nacht; Lamas grasten in der Studie mehr als die Hälfte der Zeit. Auch beim Dromedar war Wiederkauen mit 2,4 Stunden der längste Einzelposten der Nacht – länger als der eigentliche Schlaf.

Wenn unsere drei abends im Unterstand liegen, hört man es, bevor man es sieht: ein leises, gleichmäßiges Mahlen im Dunkeln, manchmal von allen dreien gleichzeitig. Ich gehe inzwischen kaum noch abends am Stall vorbei, ohne kurz hinzuhören. Kauen alle, ist die Nacht in Ordnung.

Ein Detail aus dem Veterinärlehrbuch „Llama and Alpaca Care“ passt dazu: Manche Kameliden verlieren nachts Wiederkäubissen, möglicherweise während einer Schlafphase. Wer morgens am Liegeplatz vereinzelt kleine, feuchte Futterwickel findet, hat deshalb nicht zwingend ein krankes Tier. Tritt das häufig auf, kommt Speichel dazu oder frisst das Tier schlechter, gehören Maul, Zähne und Schlucken untersucht.

Schlafen alle Alpakas gleichzeitig?

Alle Alpakas einer Herde schlafen selten gleichzeitig tief, auch wenn sie oft gleichzeitig liegen. Gemessen ist das für Alpakas nicht, aber es passt zu dem, was über ihre wilden Verwandten bekannt ist: Die Übersichtsarbeit von Miranda-de la Lama und Villarroel (2023) beschreibt, dass Guanakogruppen sich gegenseitig vor Beutegreifern warnen – über eine aufrechte Wachhaltung und Alarmlaute. Kurze Schlafphasen, bei denen immer irgendein Tier gerade döst oder wach ist, sind die natürliche Folge davon.

Wo geschlafen wird, ist dagegen erstaunlich festgelegt. Laut MuD-Leitlinien haben Lamas und Alpakas relativ feste Schlafplätze und halten als Distanztiere auch im Liegen Abstand zueinander. Das ist für die Stallplanung wichtig: Ranghohe Tiere können Liegeplätze, Tränke und Futter blockieren, und ein Unterstand, in den alle nur mit Körperkontakt hineinpassen, ist für Alpakas zu klein.

Bei uns liegt Coco nachts fast immer an derselben Stelle, mit Blick zur Tür, und er ist in der Regel der Letzte, der den Kopf ablegt. Ob das Wache ist oder schlicht seine Lieblingsecke, kann ich nicht beweisen. Aber wenn draußen etwas raschelt, ist sein Kopf zuerst oben – und die beiden anderen richten sich nach ihm.

Warum liegen Alpakas mit untergeschlagenen Beinen?

Alpakas liegen mit untergeschlagenen Beinen, weil die Brustlage – im Kameliden-Jargon „Kush“ – ihre natürliche Ruheposition ist: stabil, platzsparend und mit dem Kopf oben, sodass das Tier seine Umgebung im Blick behält. Beim Dromedar lagen die Tiere in der Schlafstudie die ganze Nacht über in dieser Haltung – beim Wachsein, beim Dösen, beim Wiederkauen und beim Schlafen.

Die Brustlage ist so selbstverständlich, dass Alpakas sie in ganz unterschiedlichen Situationen einnehmen. Die MuD-Leitlinien beschreiben, dass sich Neuweltkameliden kurz nach Beginn eines Transports ablegen, weshalb sie dort ausreichend Liegeplatz brauchen. NADIS beschreibt, dass sich Alpakas bei unangenehmen Situationen wie dem Nägelschneiden ablegen – dann ist die Brustlage keine Ruhe, sondern eine Stressreaktion. Und die Lamastudie von Stölzl und Kollegen führte „Grasen im Liegen“ sogar als eigene Verhaltenskategorie: Kameliden fressen gelegentlich auch in Brustlage.

Die Seitenlage – flach ausgestreckt, alle vier Beine zur Seite – ist ebenfalls normal, vor allem bei Sonne und Wärme. Sie wird nur dann zum Thema, wenn sie nicht zur Situation passt: bei kaltem, trübem Wetter, bei einem Tier, das nicht reagiert, oder im Wechsel mit ständigem Aufstehen und Hinlegen.

Wann ist viel Liegen beim Alpaka ein Warnzeichen?

Viel Liegen ist beim Alpaka ein Warnzeichen, wenn es nicht zur Tageszeit, zum Wetter und zum gewohnten Verhalten des Tiers passt – vor allem dann, wenn das Tier dabei nicht wiederkaut. Tagsüber sind Alpakas aktiv und fressen; ein Tier, das mitten am Vormittag allein liegt, während die anderen grasen, ist auffälliger als eines, das nachts stundenlang liegt.

  • Das Tier liegt, kaut aber nicht wieder – über Stunden und auch nachts.
  • Es legt sich immer wieder hin und steht auf, wechselt ständig die Position oder tritt zum Bauch.
  • Es liegt in Brustlage mit einem oder mehreren seitlich ausgestreckten Beinen.
  • Es liegt bei Kälte oder Nässe flach auf der Seite oder reagiert kaum auf Annäherung.
  • Es steht nur widerwillig auf oder bleibt liegen, wenn die Herde weiterzieht.
  • Es liegt tagsüber allein, während die übrigen Tiere fressen.

Guten Schlaf ermöglichen: den Liegebereich in fünf Schritten planen

  1. 01

    Genug Fläche im Unterstand einplanen, damit alle Tiere mit Abstand zueinander liegen können – Alpakas halten auch im Liegen Distanz.

  2. 02

    Ausweichmöglichkeiten schaffen, damit ranghohe Tiere nicht Liegeplatz, Tränke und Futter zugleich blockieren.

  3. 03

    Den Liegebereich trocken und eingestreut halten; nasser Boden unter der Brustlage kühlt aus und verschmutzt das Vlies.

  4. 04

    Feste Liegeplätze respektieren und nicht ohne Grund umbauen – die Tiere nutzen sie gewohnheitsmäßig.

  5. 05

    Einmal an einem ruhigen Abend beobachten, wer wo liegt und wer wiederkaut, und das als Normalzustand notieren.

Aus unserer eigenen Haltung

Mein letzter Gang am Abend führt am Unterstand vorbei, ohne Taschenlampe, wenn es geht. Drei liegende Silhouetten, drei Köpfe oben, leises Kauen – mehr will ich gar nicht wissen. Fehlt eins davon, bleibe ich stehen. Meistens ist es nichts. Aber ich habe gelernt, dass sich der Normalzustand nachts genauso gut ablesen lässt wie tagsüber, und dass man ihn nur erkennt, wenn man ihn vorher oft genug gesehen hat. – Fabian

– Fabian · Die ganze Geschichte

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NeuweltkamelidenVliesPyrrolizidinalkaloideStandardabweichung (Faser)Lock (Suri)Prädator

Häufige Fragen

Wie schlafen Alpakas?

Alpakas schlafen überwiegend in Brustlage mit untergeschlagenen Beinen, seltener flach auf der Seite. Sie sind tagaktiv und schlafen nachts in vielen kurzen Etappen, zwischen denen sie dösen, wach sind und wiederkauen. Tiefschlaf mit abgelegtem Kopf ist nur kurz und selten zu sehen.

Schlafen Alpakas im Stehen?

Das ist nicht belegt. Alpakas ruhen und schlafen in Brust- oder Seitenlage. Beim verwandten Dromedar wurde in einer Schlafstudie keine Schlafphase im Stehen aufgezeichnet, und der REM-Schlaf trat ausschließlich im Liegen mit dem Kopf auf dem Boden auf.

Wie viele Stunden schlafen Alpakas?

Für Alpakas ist das nicht gemessen. Beim verwandten Dromedar ergab eine Studie nachts etwa 1,7 Stunden Schlaf plus 1,9 Stunden Dösen; eine Folgestudie fand je nach Jahreszeit insgesamt etwa 3,6 bis 4,8 Stunden Schlaf einschließlich Dösen. Kameliden schlafen in kurzen Etappen von wenigen Minuten.

Schlafen Alpakas nachts?

Ja, Alpakas sind tagaktiv und ruhen vor allem nachts, allerdings nicht am Stück. Nachts wechseln sie zwischen kurzen Schlafphasen, Dösen, Wachsein und Wiederkauen; bei Lamas fand Wiederkauen während 54 Prozent der Nacht statt. Auch nachts wird gelegentlich gefressen.

Kauen Alpakas beim Schlafen wieder?

Nicht im Schlaf, aber im Liegen und vor allem nachts. Wiederkauen ist ein eigener Wachzustand, in dem das Tier den Kopf aufrecht hält. Bei Lamas machte Wiederkauen rund die Hälfte der Nacht aus. Ein Alpaka, das abends im Liegen gleichmäßig kaut, zeigt damit ein gutes Gesundheitszeichen.

Schlafen alle Alpakas gleichzeitig?

Selten tief. Alpakas liegen oft gemeinsam, schlafen aber in kurzen Phasen, sodass meist ein Tier döst oder wach ist. Das entspricht der gegenseitigen Wachsamkeit, die bei wilden Verwandten wie dem Guanako beschrieben ist. Alpakas haben zudem relativ feste Liegeplätze und halten auch im Liegen Abstand.

Warum liegt mein Alpaka mit dem Kopf flach auf dem Boden?

Meist schläft es tief. Beim Dromedar trat REM-Schlaf ausschließlich mit Kopf und Hals auf dem Boden auf, weil die Halsmuskulatur in dieser Phase erschlafft. Hebt das Tier bei Geräuschen oder Annäherung den Kopf, ist alles in Ordnung. Reagiert es nicht oder liegt es zusätzlich auffällig, sollte die Tierarztpraxis angerufen werden.

Wann ist viel Liegen beim Alpaka bedenklich?

Wenn das Liegen nicht zu Tageszeit, Wetter und gewohntem Verhalten passt: Das Tier kaut im Liegen nicht wieder, liegt tagsüber allein, steht widerwillig auf, wechselt ständig die Position oder liegt bei Kälte flach auf der Seite. Mit Fressunlust, Zähneknirschen oder Atemnot kombiniert, gehört es tierärztlich abgeklärt.

Belege & Vertiefung

Quellen dieses Leitfadens

Zur Quellenmethodik

Auf Basis der folgenden Fachquellen erstellt und laufend gepflegt. Zuletzt redaktionell bearbeitet am 28. September 2026; redaktioneller quellenabgleich am 28. September 2026.

Das ist ein redaktioneller Abgleich der Aussagen mit den angegebenen Quellen – keine Prüfung oder Freigabe durch eine Tierarztpraxis, keine klinische Validierung und keine individuelle Beratung.

  1. MuD-Projekt Neuweltkameliden (BMEL-gefördert), Stand März 2026Vorschlag Leitlinien zur Haltung und Nutzung von Lamas und Alpakas (Anlage IV zum MuD-Abschlussbericht) Tagaktivität; Schlafen und Ruhen in Brust-Bauchlage, teils Seitenlage; feste Schlafplätze und Ausweichmöglichkeiten; Abstand auch im Liegen; acht bis zehn Stunden Futteraufnahme über Tag und Nacht; Wiederkauen vor allem liegend, 54 Prozent nachts und 10 Prozent tagsüber; Ablegen kurz nach Transportbeginn.
  2. El Allali et al., SLEEP 2022 (PubMed)Sleep pattern in the dromedary camel: a behavioral and polysomnography study 1,7 Stunden Schlaf pro Nacht (0,5 h REM, 1,2 h NREM), dazu Wachsein, Wiederkauen und Dösen; fünf rasch wechselnde Zustände; REM-Schlaf ausschließlich mit abgelegtem Kopf in Brustlage; kein Schlaf im Stehen; Schlafphasen von gut drei Minuten.
  3. Beniaich et al., Journal of Comparative Physiology B 2026 (PubMed)Seasonal variations in the polysomnographic sleep/wake cycle and activity/rest pattern in the dromedary camel Gesamtschlafzeit einschließlich Dösen im Winter etwa 4,8 Stunden, im Sommer etwa 3,6 Stunden; ausgeprägt tagaktives Muster.
  4. Stölzl, Lambertz & Gauly, Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 2015 (PubMed)Grazing behaviour and dry matter intake of llamas and German blackhead mutton sheep under Central European conditions 24-Stunden-Beobachtung: Lamas grasen mehr als die Hälfte der Zeit und kauen vor allem liegend wieder, während 54 Prozent der Nacht und 10 Prozent des Tages; „Grasen im Liegen“ als eigene Kategorie.
  5. NADIS Animal Health Skills (Tim Potter)The Healthy Alpaca Brustlage als häufigste Ruheposition, Seitenlage zum Schlafen und Sonnen normal; Ablegen bei unangenehmen Situationen; anhaltendes Liegen als Krankheitszeichen.
  6. Miranda-de la Lama & Villarroel, Small Ruminant Research 2023 (Open Access, UPM)Behavioural biology of South American domestic camelids: An overview from a welfare perspective Gegenseitige Wachsamkeit von Guanakogruppen über Wachhaltung und Alarmlaute.
  7. Cebra, C. / Elsevier via PubMed CentralDisorders of the Digestive System (Llama and Alpaca Care, Kapitel 40) Manche Kameliden verlieren nachts Wiederkäubissen, möglicherweise während einer Schlafphase; ruhiges Liegen allein ist kein spezifisches Kolikzeichen.